BERLIN. Das Bündnis Sahra Wagenknecht hat der AfD zwei öffentliche Politiker-Duelle im Osten vorgeschlagen. In einem Brief an AfD-Chefin Alice Weidel und den Bundessprecher Tino Chrupalla bietet die Parteispitze gemeinsame Wahlkampfbühnen im September an – eine Veranstaltung in Magdeburg und eine in Schwerin.
In dem Schreiben kritisiert die Wagenknecht-Partei erneut die Brandmauer. Sie sei „undemokratisch“ und löse keine Probleme.
Im Gegenteil: Die AfD profitiere davon, weil viele Wähler sie als „Ohrfeige“ für die etablierten Parteien verstünden. Zugleich verdecke die Ausgrenzung nach Ansicht der Autoren manche Gemeinsamkeiten zwischen AfD und Regierungsparteien. Für Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern wirbt das BSW für überparteiliche Ministerpräsidenten (die JF berichtete). Diese sollten nach den Landtagswahlen mit wechselnden Mehrheiten regieren, auch „unter Einbindung der AfD“. Eine Regierungsbeteiligung der AfD lehnt die Partei jedoch ab.
Die @BILD war wieder kreativ! Wir schlagen der AfD jedoch keine „Zusammenarbeit“ sondern ein Duell vor! Aus der Berichterstattung von Focus
„Daraufhin folgt eine Auflistung unterschiedlicher Meinungen von AfD und BSW. Die „Zustimmung der AfD zur Hochrüstungspolitik der… pic.twitter.com/8OHP2kS6uz
— Fabio De Masi 🦩 (@FabioDeMasi) June 29, 2026
BSW will Debatte in die Hand nehmen
Zudem betonen die Verfasser eigene deutliche Unterschiede zur AfD. Im Bundestag wolle man Anträge zwar nach Inhalt bewerten und nicht nach Antragsteller. Als Beispiele nennen sie Untersuchungsausschüsse zu Nord Stream, Corona und den Maskendeals von Jens Spahn. Zugleich kritisieren sie die AfD unter anderem wegen ihrer Haltung zu Aufrüstung, Donald Trump, Migration und Universitäten.
Auch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk greift das BSW scharf an. Er verkomme zunehmend zu einem „propagandistischen Staatsfunk“. Die AfD komme dort selten, die Wagenknecht-Partei „nahezu gar nicht mehr zu Wort“. Deshalb wolle man die Debatte selbst in die Hand nehmen. Der Brief ist auf den 26. Juni datiert und von Fabio De Masi und Amira Mohamed Ali unterzeichnet.
Auffällig ist ein Fehler im Adressfeld: Das Schreiben ging an die AfD-Bundesgeschäftsstelle in der Kurfürstenstraße. Diese sitzt allerdings im Eichhorster Weg. Angekommen ist es nach Angaben der AfD dennoch. (rr)






