AUSTIN. Der Techunternehmer Elon Musk hat den in Deutschland nicht freigegebenen Film „Citizen Vigilante“ des Regisseurs Uwe Boll am Donnerstag auf seinem sozialen Netzwerk X veröffentlicht. Dabei kommentierte er den Schritt zunächst nicht weiter. Boll bedankte sich seinerseits bei dem Milliardär: „Ich freue mich über all die Unterstützung.“
— Elon Musk (@elonmusk) June 25, 2026
Das Thema seines jüngsten Werks werde von der Filmindustrie nach wie vor ignoriert, führte der Regisseur aus. Dabei beschäftige sich der Film mit denselben Fragen der Migrationskrise, die auch Musk immer wieder anspreche. Dank X könne der Film nun trotz der verweigerten Freigabe in Deutschland geschaut werden.
Boll wirft FSK „politisch motivierte Entscheidung“ vor
Zuvor hatte die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) dem Thriller die Kennzeichnung verweigert, was bedeutet, dass etwa Kinos Vorführungen rechtlich selbst verantworten müssen und im Zweifelsfall wegen Verstößen gegen den Jugendschutz verklagt werden können – wodurch teils hohe Strafgelder anfallen können.
Boll bezeichnete die Verweigerung der Freigabe daraufhin in einem offenen Brief als „politisch motivierte Entscheidung“ und warf dem Gremium die „Aufgabe der Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit“ vor. In einer Zeit, wo Kinder sich in den sozialen Netzen jederzeit echte Morde und Pornos anschauen könnten, verliere die FSK „jeglichen Existenzanspruch“.
Die Idee zum Film kam durch das Hamburger „Stadtpark-Verfahren“
In dem Film „Citizen Vigilante“ (auf Deutsch in etwa „Ein Bürger übt Selbstjustiz“) geht es um einen Immobilienunternehmer, der in einer nicht näher genannten europäischen Stadt auf eigene Faust migrantische Banden jagt und Richter zur Rechenschaft zieht, die in seinen Augen zu lasch urteilen. „Dieser Film ist den tausenden Mord- und Vergewaltigungsopfern in Europa gewidmet, die von einem Unrechtssystem verraten wurden“, heißt es am Ende des Streifens, den Boll ausdrücklich als politisches Werk verstand.
Den Anstoß zum Dreh hatte der Fall einer Gruppenvergewaltigung im Hamburger Stadtpark 2020 gegeben, als während einer der damaligen „Corona-Partys“ neun mehrheitlich migrantische junge Männer ein 15jähriges Mädchen in die Büsche zerrten und dort missbrauchten. Trotz der teils harschen Details des Übergriffs wurde ein Gutteil der 2023 vom Landgericht verhängten Jugendstrafen gleich wieder zur Bewährung ausgesetzt, wodurch einige der Täter trotz ihres Vergehens auf freien Fuß kamen. Das sorgte deutschlandweit für Empörung.
FSK liest Aufruf zur Selbstjustiz in den Film
Der Regisseur Boll gab an, dass die Begründung, die ihm das FSK für das Ausbleiben der Kennzeichnung gab, sowohl mit der Darstellung der Vergewaltigungsszene als auch mit der in dem Film enthaltenen Gewalt zu tun gehabt habe.
Vor allem aber sei es um den Aufruf zur Selbstjustiz gegangen, den das Gremium in einzelnen Szenen herausgelesen haben will. So spricht der Protagonist in der Schlussszene direkt das Filmpublikum an, als er sagt: „Vergeßt nicht: Ich tue das alles für euch, bis ihr euch selbst helfen könnt“, womit er augenscheinlich auch auf die in dem Streifen gezeigten Gewaltakte anspielt. (fw)





