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Starmers Besieger: Andy Burnham, der rote Merz

Starmers Besieger: Andy Burnham, der rote Merz

Starmers Besieger: Andy Burnham, der rote Merz

Andy Burnham nach seiner Ankunft im Westminster-Palast: Dort muss er Profil und Härte zeigen. (Themenbild)
Andy Burnham nach seiner Ankunft im Westminster-Palast: Dort muss er Profil und Härte zeigen. (Themenbild)
Andy Burnham nach seiner Ankunft im Westminster-Palast: Dort muss er Profil und Härte zeigen. Foto: picture alliance / PA Images | Yui Mok
Starmers Besieger
 

Andy Burnham, der rote Merz

Vor knapp zehn Jahren zog sich Andy Burnham in die Kommunalpolitik zurück – nun gilt der „König des Nordens“ als nächster Labour-Premier. Doch nach starkem Herrscher sieht er mitnichten aus. Ein Porträt.
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Einst galt Andy Burnham als abgeschrieben – nun soll ausgerechnet er zum Heilsbringer der britischen Sozialdemokratie werden. Der nordenglische Politiker wird aller Voraussicht nach Keir Starmer als Premier und Labour-Chef ablösen. Umfragen mehrerer Institute zufolge gilt er als einziger Kandidat, der den Aufstieg von Nigel Farages „Reform UK“-Partei halbwegs bremsen kann. Bei seiner Ankunft am Bahnhof London Euston, wenige Stunden nach Starmers Rücktrittsankündigung am Montag (JF berichtete), belagerten Hunderte Anhänger sein Taxi. Auf ihn projizieren Partei und Wahlvolk ihre Hoffnungen und Sehnsüchte. Doch kann er ihnen gerecht werden?

„Es ist unsere letzte Chance, um uns zu ändern“, mahnte Burnham noch vergangene Woche, nachdem er in einer Nachwahl den Unterhauswahlkreis Makerfield gewonnen hatte (JF berichtete). Noch bei den Kommunalwahlen im Mai hatte dort jeder zweite für Reform UK gestimmt. Dennoch besiegte Burnham deren Kandidaten mit 54,8 Prozent. Kein Wunder, denn weite Teile des Wahlkreises gehören zur Metropolregion Greater Manchester, die er seit 2017 verwaltete. Alle drei OB-Wahlen dort gewann er seitdem mit über 63 Prozent.

Burnham verlor zweimal das Labour-Vorsitzrennen

Auch darüber hinaus gilt er als Sprachrohr des Nordens. Er ist 1970 als Sohn eines Ingenieurs und einer Arzthelferin in Liverpool auf die Welt gekommen. Bereits mit 15 Jahren trat er Labour bei. Den Anstoß dafür gab nach seiner Aussage einer der größten Bergarbeiterstreiks der Nachkriegsgeschichte. Ständig betont Burnham seine Verbundenheit mit der Region. Regelmäßig wirbt er für eine Reindustrialisierung und großzügige Infrastrukturinvestitionen.

Ein Außenseiter ist er keineswegs. Schon nach seinem Anglistik-Studium in Cambridge arbeitete er für Labour-Politiker und Gewerkschaften. 2001 zog er erstmals ins Unterhaus, fünf Jahre später holte ihn die Galionsfigur der Gemäßigten, Premierminister Tony Blair, als Staatssekretär ins Kabinett. Sein Nachfolger Gordon Brown machte ihn mitten in der Weltwirtschaftskrise zum Kultur-, später zum Gesundheitsminister.

Weniger Glück hatte Burnham bei seinen Führungskämpfen. 2010 errang er lediglich den vierten Platz, 2015 unterlag er dem Basis-Favoriten und Linksaußen Jeremy Corbyn – woraufhin sein Exil in Manchester folgte.

Parteirechte sucht bereits nach Gegenkandidaten

„Burnham passt sich dem vorherrschenden Wind an, egal ob dieser von der Blair-Rechten oder der irren Linken kommt“, so das Urteil des Sun-Kolumnisten Trevor Kavanagh nach der Niederlage 2015. Davon war auch der Wahlkampf in Makerfield nicht ausgenommen. Hatte er sich als leidenschaftlicher Gegner des Brexit profiliert, versprach er später, die Debatte um diesen nicht erneut aufflammen zu lassen. Hatte er Pläne einer Asylrechtsverschärfung erst als „unbritisch“ bezeichnet, sagte er dann doch im BBC-Hörfunk, er stimme Farage in Teilen seiner Migrationspolitik zu.

Im Unterhaus muss er aber Profil zeigen – und Härte. Zwar erhielt Burnham im Westminster-Palast einen „königlichen“ Empfang. Doch die Parteirechte um den gestürzten Starmer sucht nach Gegenkandidaten. Und der „König“ bittet um drei Monate Vorbereitungszeit.

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Ein Exilant ohne Kompass, ohne Plan und mit zweifelhaftem Rückhalt soll also seine Partei retten. An einen Deutschen erinnert er damit ohne Zweifel: den CDU-Bundeskanzler Friedrich Merz. Und ähnlich schief dürfte seine künftige Karriere laufen.

Aus der JF-Ausgabe 27/26.

Andy Burnham nach seiner Ankunft im Westminster-Palast: Dort muss er Profil und Härte zeigen. Foto: picture alliance / PA Images | Yui Mok
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