BERLIN. Der Linkspartei-Politiker Gregor Gysi hat seit Beginn der Legislaturperiode rund eine Viertelmillion Euro mit Nebentätigkeiten eingenommen. Allein für Auftritte als Vortragsredner, Talkgast und Teilnehmer an Podiumsdiskussionen meldete der Bundestagsabgeordnete 236.736 Euro. Das geht aus einer Auswertung des Spiegel gemeinsam mit der Organisation Abgeordnetenwatch hervor.
Kein anderer Bundestagsabgeordneter verdient demnach so viel Geld mit Bühnenauftritten wie Gysi. Gysi verteidigte seine Nebeneinkünfte: „Ich arbeite eben viel, was auch persönliche Gründe hat.“
Zudem würden die Nebeneinkünfte seine Abgeordnetentätigkeit nicht beinträchtigen. Zugleich räumte Gysi ein, bei zahlreichen namentlichen Abstimmungen im Bundestag gefehlt zu haben. Von 57 Abstimmungen verpasste er 26. Das bedauere er, sagte der Linken-Politiker, und verwies auf Termine, die bereits vor der vorgezogenen Bundestagswahl geplant gewesen seien. Für 2026 kündigte er an: „So werden Sie erleben, dass ich 2026 weitaus weniger fehle.“

Nicht nur Gysi ist nebenbei umtriebig
Insgesamt haben Bundestagsabgeordnete seit Beginn der Legislaturperiode vor knapp 15 Monaten mehr als 10,6 Millionen Euro an Nebeneinkünften deklariert. Mehr als jeder dritte Parlamentarier gab mindestens eine bezahlte Nebentätigkeit oder geldwerte Vorteile an.
Die höchsten gemeldeten Nebeneinkünfte verzeichnet laut Auswertung die Grünen-Abgeordnete Ophelia Nick mit 2.723.720 Euro. Die Summe wird unter Beteiligungen an Kapital- oder Personengesellschaften ausgewiesen. Nick ist Erbin des Technologie-Konzerns Voith.
Auf Platz zwei liegt der CSU-Abgeordnete Alexander Engelhard mit 1.497.046 Euro, der größte Teil davon aus Einnahmen als Gewerbetreibender in der Forstwirtschaft. Der AfD-Abgeordnete Sebastian Maack meldete 438.617 Euro aus der Vermietung von Immobilien. (rr)





