POTSDAM. Der designierte Linken-Chef Luigi Pantisano hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) scharf angegriffen. „Letztlich gibt es gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst“, sagte er im Rahmen des Parteitags in Potsdam.
Pantisano soll am heutigen Samstag zum Nachfolger des bisherigen Parteichefs Jan van Aken gewählt werden. Dieser tritt aus gesundheitlichen Gründen nicht erneut an. Gemeinsam mit Ines Schwerdtner soll der 46jährige künftig die Linke führen.
Pantisano erklärte, er wolle seine „Wut“ in die Parteiführung einbringen, „um jemandem wie Friedrich Merz Angst davor zu machen, dass wir diejenigen sind, die die Arbeiter organisieren, die auf die Straße gehen gegen seine Politik“. Auch persönlich attackierte er den Kanzler. Merz sei ein „Versager“ und „der unbeliebteste Kanzler seit Jahren“.

Linke uneins über Nahost-Kurs
Auf dem Parteitag in Potsdam kam es zudem zu Streit über den Nahost-Kurs der Partei. In einem Leitantrag bezeichnet die Linke die israelische Reaktion auf das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 als „Genozid“. Zugleich bekennt sich der Antrag zum Selbstbestimmungsrecht von Israelis und Palästinensern.
Eine Passage über palästinensische Angriffe wurde nach Angaben der Bild jedoch gestrichen. Darin hieß es ursprünglich wörtlich: „Gleichzeitig kommt es zu bewaffneten Angriffen und Kriegsverbrechen palästinensischer Akteure etwa gegen israelische Zivilist*innen, die wir unmissverständlich verurteilen.“ Kritiker aus dem linken Parteiflügel versuchten demnach vergeblich, die Partei auf einen noch radikaleren Anti-Israel-Kurs festzulegen.
viel spass, lieber daniel günther.
dass @bundeskanzler merz nur nach absprachen mit sowas 👇🏼 zum kanzler gewählt, war leider ein menetekel pic.twitter.com/7e54c8wF0V
— Ulf Poschardt (@ulfposh) June 20, 2026
Brisant ist Pantisano Angriff auf Merz auch mit Blick auf die kommenden Landtagswahlen im Osten. Nach den Wahlen könnte die Union in einzelnen Ländern rechnerisch auf Stimmen der Linken angewiesen sein. (rr)






