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Medien: Amann mag nicht, wie der Ben das macht

Medien: Amann mag nicht, wie der Ben das macht

Medien: Amann mag nicht, wie der Ben das macht

Ex-Spiegel Journalistin Melanie Amann gestikuliert mit den Armen
Ex-Spiegel Journalistin Melanie Amann gestikuliert mit den Armen
Ex-Spiegel Journalistin Melanie Amann sitzt bei Ben ungeskriptet. Foto: Screenshot
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Amann mag nicht, wie der Ben das macht

Melanie Amann hält Ben ungeskriptets Podcast für „gefährlich“ – und diskutiert ausgerechnet dort dreieinhalb Stunden über Journalismus, AfD-Interviews und die vermeintliche Pflicht zur Einordnung. Am Ende bekennt sie gar: Neid.
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Große Wellen hatte das vierstündige Interview des Youtubers Benjamin Berndt – auch als Ben ungeskriptet bekannt  – mit dem AfD-Politiker Björn Höcke geschlagen (JF berichtete). Eine der vielen Repliken erfolgte am Mittwoch vergangener Woche nun tatsächlich in Bens Podcast selbst. Die ehemalige stellvertretende Chefredakteurin des Spiegels und jetzige Digital-Chefredakteurin der Berliner Redaktion der Funke-Mediengruppe, Melanie Amann, setzte sich rund dreieinhalb Stunden mit Berndt zusammen, um mit ihm über die Ethik des Journalismus zu debattieren.

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„Dein Podcast ist gefährlich“, lautet die drastische Überschrift des Videos, und obwohl Amann im Laufe des Gesprächs diesen Vorwurf durchaus erhob, schien die Journalistin doch sehr um einen freundlichen, persönlichen Tonfall bemüht. Es gehe ihr mittlerweile sehr nahe, was Leute von ihr hielten, berichtete die 48jährige. Während ihrer Zeit beim Spiegel habe sie viele AfD-Politiker als freundlich und professionell erlebt und habe zudem stets versucht, ihre Artikel über die Partei nicht im Gestus des erhobenen Zeigefingers zu verfassen.

Ein wenig schien Amann dennoch über ihre Arbeit zu grübeln

Die Art und Weise, in der Berndt seine Interviews führe, hält Amann, so viel wird deutlich, jedoch nicht für richtig. Indem er etwa Höcke oder dem Corona-Maßnahmenkritiker Stefan Homburg Raum gebe, ihre persönlichen Lebensgeschichten und Sichtweisen ohne Gegenrede auszubreiten, enthalte er dem Zuhörer tatsächlich wichtige Informationen vor, ohne die dieser nur „die halbe Wahrheit“ erfahre. So gehöre es zur „Einordnung“ Höckes dazu, dessen vermeintliche oder tatsächliche Nähe zum Heimat-Politiker Thorsten Heise zu thematisieren, ebenso wie es bei Homburg notwendig sei, darauf hinzuweisen, dass dieser als Finanzwissenschaftler keine fachliche Eignung habe, sich zu Corona zu äußern.

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Ein wenig schien Amann dennoch über ihre Arbeit zu grübeln. „Neidisch“ sei sie über Berndts Erfolg, gab sie unumwunden zu. Sie frage sich, weshalb Medien wie der Spiegel im Vergleich so wenige Menschen erreiche. Möglich, dass der zweite Teil des Gesprächs auch deshalb auf Amanns neuem eigenen Kanal erschien: Auf „Amann unframed“ möchte die Journalistin künftig eigene Podcastgespräche präsentieren.

Aus der JF-Ausgabe 23/26.

Ex-Spiegel Journalistin Melanie Amann sitzt bei Ben ungeskriptet. Foto: Screenshot
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