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AfD, 40 Jahre Junge Freiheit

Glanz&Gedöns: Ein Gespenst des blauen Kulturkampfs

Glanz&Gedöns: Ein Gespenst des blauen Kulturkampfs

Glanz&Gedöns: Ein Gespenst des blauen Kulturkampfs

Proteste gegen AfD vor der Essener Philharmonie: Gelebter Kulturkampf von links. (Themenbild/Collage)
Proteste gegen AfD vor der Essener Philharmonie: Gelebter Kulturkampf von links. (Themenbild/Collage)
Proteste gegen AfD vor der Essener Philharmonie: Gelebter Kulturkampf von links. Foto: picture alliance / Jochen Tack | Jochen Tack
Glanz&Gedöns
 

Ein Gespenst des blauen Kulturkampfs

Die Angst vor einer AfD-Machtübernahme plagt den etablierten Kulturbetrieb. Doch dieser braucht dringend neue Impulse – und ein Abgeordneter der Partei liefert nun einen möglichen Ansatz. Die Kolumne von Regina Bärthel.
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Ein Gespenst geht um im Kulturbetrieb – und es ist blau. Der „Kulturkampf“ von rechts, im speziellen natürlich der AfD, wolle die Kunst nach parteipolitischer Programmatik instrumentalisieren und den pluralen Kulturraum beschneiden und verengen. Diese reflexhafte Beschwörung der Freiheit der Kunst ruft nur noch ein müdes Lächeln hervor, denn bekanntermaßen sind die kulturellen Vertreter „unserer“ Demokratie auf dem rechten Auge blind – von offenen oder gar kritischen Räumen kann innerhalb der flächendeckenden linken Hegemonie kaum die Rede sein. Von politisch instrumentalisierter Förderung hingegen schon; wie sonst ließe sich die Übermacht progressistischer Themen in Theatern und Ausstellungshäusern erklären?

Politische Korrektheit und Cancel Culture haben den Kulturbereich in weiten Teilen zu einem mal ärgerlichen, mal schlichtweg stumpfsinnigen Einheitsbrei werden lassen; das Hinterfragen gesellschaftlich gesetzter Gewissheiten ist einer „moralisch richtigen“ Haltung gewichen. Doch noch immer glaubt man in Künstlerkreisen, intellektuell unabhängig zu sein und deklariert die immer wieder reproduzierte Mehrheitsmeinung sogar als Außenseiterposition: Norbert Bolz nannte das einmal so schön den „Konformismus des Andersseins“.

Matthias Moosdorf: Kultur von rechts. Zwischen Restauration und Revolution. Jetzt im JF-Buchdienst bestellen.

Von künstlerischem Mut oder gar von konstruktiver Debatte kann kaum die Rede sein; es ist eben genau die allseits verordnete „Buntheit“, die die Kunst in allzu enge Korridore leitet. Umso wichtiger ist es, dass über neue Ansätze der Kulturpolitik debattiert, gerne auch gestritten wird.

Wer Gespenster sieht, verdrängt ein Problem

Einen interessanten Beitrag dazu liefert Matthias Moosdorf: In „Kultur von rechts. Zwischen Restauration und Revolution“ analysiert er die Malaise unserer gegenwärtigen Kultur, die er im Verlust ästhetischer Maßstäbe, in der Instrumentalisierung der Kunst, der Erosion der Bildung sowie in der Diffamierung der gesamten westlichen Zivilisation erkennt. Von Vorteil ist dabei, dass Moosdorf Erfahrungen in unterschiedlichen Kulturbereichen gesammelt hat, darunter als Künstler – der renommierte Cellist, unter anderem im Leipziger Streichquartett, gab unzählige Konzerte weltweit –, als Honorarprofessor an einer Moskauer Hochschule sowie als Abgeordneter der AfD im Deutschen Bundestag.

Nun stellt er eine in der öffentlichen Debatte gern zurückgewiesene These zur Diskussion, nämlich „dass Kultur ihrem Wesen nach nicht beliebig, sondern ordnend ist; dass sie nicht aus der permanenten Negation lebt, sondern aus Überlieferung, Form und Maß, und dass sie deshalb strukturell näher an dem liegt, was man traditionell als ‘konservativ’ bezeichnet – nicht im parteipolitischen, sondern im ästhetischen Sinn“, wie er im Vorwort schreibt. Bewahren meine hier nicht Stillstand, sondern eine zukunftsoffene Verantwortung gegenüber dem Gewachsenen. Es könnte spannend werden, wenn die ideologisch verkrusteten Strukturen einmal durch andere Impulse aufgebrochen werden.


Übrigens sind einige Psychologen der Meinung: Wer Geister sieht, verdrängt vermutlich ein Problem.

Aus der JF-Ausgabe 23/26.

Proteste gegen AfD vor der Essener Philharmonie: Gelebter Kulturkampf von links. Foto: picture alliance / Jochen Tack | Jochen Tack
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