BERLIN. Die Zahl der Einbürgerungen in der Bundesrepublik hat 2025 einen neuen Rekordhoch erreicht. Allein in 14 Bundesländern bekamen mindestens 309.852 Ausländer den deutschen Pass, wie die Welt am Sonntag berichtet. Das ist die höchste Zahl seit Beginn der einheitlichen Statistik im Jahr 2000. Dabei liegen die aktuellsten Daten aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt sowie einigen niedersächsischen Kreisen und Städten noch nicht vor. Im Vorjahr kamen 291.955 Personen in ganz Deutschland in den Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft.
Allein in Berlin verzeichneten die zuständigen Behörden im vergangenen Jahr 39.034 Einbürgerungen. Gegenüber 2024 stieg die Zahl damit um mehr als 78 Prozent. Starke Zuwächse verzeichneten auch Länder wie Brandenburg, wo 4.695 Ausländer im Jahr 2025 den deutschen Pass bekamen, um ein Viertel mehr als im Vorjahr. In den meisten Bundesländern blieb Syrien das wichtigste Herkunftsland der Eingebürgerten. Gleichzeitig nahm aber die Zahl der Türken und Russen, die deutsche Staatsbürger wurden. Die Anzahl letzterer stieg allein in Nordrhein-Westfalen um 67,4 Prozent gegenüber 2024 und betrug 3.841.
2024 erleichterte die Ampel die Einbürgerungen
Nach Einschätzung der von der Welt am Sonntag angefragten Behörden sei der Anstieg unter anderem auf die Einbürgerungsreform der Ampel-Regierung zurückzuführen (JF berichtete). Hinzu komme, dass Einwanderer aus den Asylkrisejahren 2015 und 2016 die notwendige Aufenthaltsdauer für eine Einbürgerung erreicht hätten. Mehrere Landkreise rechnen zudem mit noch höheren Zahlen, da die ukrainischen Flüchtlinge ab März 2027 ihren kollektiven Schutzstatus verlieren. „Um Rechtssicherheit zu erlangen, nutzen dann vermutlich viele Geflüchtete die verkürzte Frist zur Einbürgerung“, sagte ein Sprecher des Landkreises Aurich dem Blatt.

2024 hatten SPD, Grüne und FDP die für die Einbürgerung benötigte Mindestaufenthaltszeit von acht Jahren auf fünf verringert. Zudem hatten sie grundsätzlich die Erlangung der doppelten Staatsbürgerschaft ermöglicht und älteren Migranten den Weg zum Pass ohne die dafür benötigten Sprachkenntnisse und den Einbürgerungstest eröffnet. Kinder von Ausländern, die länger als fünf Jahre in Deutschland leben, bekommen automatisch einen deutschen Pass. (kuk)





