NÖRDLINGEN. Der schwäbische Batteriehersteller Varta hat angekündigt, eines seiner Werke im bayerischen Nördlingen zu schließen. Grund dafür sei der Wegfall der Aufträge des US-Technologiekonzerns Apple, berichtete das Manager Magazin am Dienstag. Demnach sollen die wiederaufladbaren „CoinPower“-Knopfzellen für die „AirPods“-Kopfhörer künftig von einem chinesischen Lieferanten hergestellt werden. Laut dem Magazin Finance sei der niedrigere Preis entscheidend gewesen.
Insgesamt sind 350 Arbeitsplätze in Nördlingen und am Firmensitz im nahen Ellwangen betroffen. Varta-Chef Michael Ostermann beklagte, die Entscheidung des Ankerkunden habe „sehr einschneidende“ Konsequenzen. „Leidtragende sind allen voran unsere Mitarbeitenden vor Ort, die diese Entwicklung nicht zu vertreten haben.“ Nach Angaben des Unternehmens bemühe man sich um „sozialverträgliche Lösungen“ sowie um die Übernahme einzelner Mitarbeiter an anderen Standorten. Die Gespräche seien aber noch ganz am Anfang.
Varta-Sanierungskonzept muss aktualisiert werden
Das 1887 gegründete Unternehmen kämpft seit Jahren mit Liquiditätsproblemen. Bis 2027 sollten deren Schulden von 485 Millionen Euro auf etwa 200 bis 230 Millionen gesenkt werden. Allerdings müsse das Sanierungskonzept nun aktualisiert werden, berichtete Finance unter Berufung auf firmeninterne Quellen. Der Standort im bayerischen Nördlingen produzierte fast ausschließlich für Apple. Von 2019 bis 2023 bekam die Firma 133 Millionen an Subventionen zugesichert (JF berichtete).
Bereits im April 2024 gab der Varta-Aufsichtsrat Michael Tojner bekannt, die infolge der Schwierigkeiten vereinbarte Sanierung greife zu kurz, um bis 2026 zurück zu einem „profitablen Wachstumskurs“ zu finden. Als Gründe nannte er unter anderem anhaltende Lieferkettenprobleme sowie einen „unerwarteten erheblichen Rückgang“ der Nachfrage bei den Energiespeichern für Photovoltaik-Anlagen. (kuk)







