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Auftritt in Berlin: Merz beim DGB-Kongress gnadenlos ausgepfiffen

Auftritt in Berlin: Merz beim DGB-Kongress gnadenlos ausgepfiffen

Auftritt in Berlin: Merz beim DGB-Kongress gnadenlos ausgepfiffen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht beim 23. Ordentlichen Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) im Estrel Congress Center. Der viertägige DGB-Bundeskongress steht in diesem Jahr unter dem Motto „Stärker mit uns“.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht beim 23. Ordentlichen Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) im Estrel Congress Center. Der viertägige DGB-Bundeskongress steht in diesem Jahr unter dem Motto „Stärker mit uns“.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) beim 23. Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbunds: Wütende Reaktionen der Anwesenden hervorgerufen. Foto: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
Auftritt in Berlin
 

Merz beim DGB-Kongress gnadenlos ausgepfiffen

Beim Bundeskongress des DGB wird Merz feindselig empfangen. Immer wieder ertönen Buhrufe und wütende Pfiffe. Schon vor der Veranstaltung zeigen Demonstranten, was sie von dem Kanzler halten.
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BERLIN. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist am Dienstag beim Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Berlin lautstark ausgebuht worden. Als er über die geplante Reform der Rentenversicherung sprach, betonte er, das sei „keine Bösartigkeit von mir oder von der Bundesregierung“, woraufhin lautstarke Proteste und Buh-Rufe im Saal ausbrachen.

Es brauche daher dringend mehr Wachstum, die Bundesrepublik bewege sich seit Jahren weit unter ihren Möglichkeiten. Das liege daran, dass „die Kosten im Land zu hoch“ seien. „Das sind nicht die Netto-Löhne, sondern die Steuern und Abgaben, die Bürokratiekosten. Machen wir so weiter wie bisher, haben wir in den nächsten zehn Jahren einen Anstieg der Sozialversicherungsbeiträge auf knapp 50 Prozent“, warnte der Bundeskanzler. Als er davon sprach, dass „alle ihren Beitrag“ zu leisten hätten, ertönten erneut wütende Buh-Rufe und Pfiffe im Publikum. Minutenlang wurde immer wieder dazwischengerufen.

Scholz-Versprechen abgeräumt

Dem Christdemokraten geht es laut eigener Aussage nicht um bloßen Sozialabbau, sondern um echte Reformen, die der jungen Generation neue Chancen eröffnen, auf dem Arbeitsmarkt anzukommen. Deshalb brauche es Einsparungen bei der gesetzlichen Krankenkasse. Zugleich betonte er, niemand plane, die gesetzliche Rente zu kürzen, das sei ohnehin verfassungswidrig. „Es gibt umgekehrt aber auch keinen nachhaltigen Wohlstand, wenn diejenigen, die ihn erarbeiten, nicht auch daran teilhaben. Reform heißt Gewinn für alle – auch für die Arbeitnehmer in Deutschland.“ Erneut wird das mit lautstarken Unmutsbekundungen quittiert.

Es brauche eine umfassende Sozialstaatsreform, zeigte sich der Christdemokrat überzeugt. Mit Blick auf das Versprechen seines Amtsvorgängers Olaf Scholz (SPD), wonach die sogenannte Zeitenwende keine Auswirkungen auf die Sozialpolitik und die Situation der Arbeitnehmer haben werde, sagte Merz: „Ich muss Ihnen heute sagen, dass diese Zusage zumindest zu optimistisch war.“ Es gehe jetzt darum, Prioritäten zu setzen, deshalb erwarte er sowohl von der Wirtschaft, als auch von den Arbeitnehmern, eine Offenheit für Veränderungen. Nur so könne das Land „den Sozialstaat erhalten“.

Merz appelliert an Kompromissbereitschaft der Gewerkschaften

„Ich will unser Land mit Ihnen in eine Zukunft führen, in der das Lebensgefühl wieder stimmt“, mahnte der Bundeskanzler. Alle Bürger sollten bereit sein, „Verlust und Gewinn mit einem Blick auf das Wohl des Ganzen unseres Landes abzuwägen“. Das gelte auch für die Gewerkschaften, „damit unsere Kinder und Enkelkinder die gleichen Chancen haben, wie wir sie hatten“.

Als Merz von der Bühne trat, wurde er erneut lautstark ausgebuht. Bereits vor dem Veranstaltungsort stand eine kleine Gruppe mit einem Transparent: „Merz, stirb doch selber an der Ostfront.“ Auch einige Mitglieder des DGB hatten Schilder dabei, auf denen stand: „Mit Macht für die acht – Hände weg vom acht-Stunden-Tag“, in Anlehnung an den Vorschlag des Kanzlers, die acht-Stunden-Regel aufzuheben. (st)

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) beim 23. Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbunds: Wütende Reaktionen der Anwesenden hervorgerufen. Foto: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
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