BRÜSSEL. Die belgische Regierung hat den Rückbau sämtlicher Atomkraftanlagen im Land gestoppt und Verhandlungen über die Verstaatlichung der Anlagen eingeleitet. „Wir setzen auf sichere, bezahlbare und nachhaltige Energie“, teilte Premierminister Bart De Wever am Donnerstag auf dem Kurznachrichtendienst X mit. Damit wolle man die Abhängigkeit von „fossilen Importen“ reduzieren und „mehr Kontrolle“ über die eigene Energieversorgung erlangen.
Er is een akkoord bereikt met ENGIE om de voorwaarden te bepalen en de nodige studies op te starten voor een volledige overname van het Belgische nucleaire park. In afwachting daarvan worden alle ontmantelingsactiviteiten per direct stopgezet.
Deze regering kiest voor zekere,…
— Bart De Wever (@Bart_DeWever) April 30, 2026
Derzeit sind in Belgien zwei Atomkraftwerke in Betrieb, das unweit von Antwerpen gelegene Kraftwerk Doel sowie das Kraftwerk Tihange, das 60 Kilometer von Aachen entfernt liegt. Mit deren Verstaatlichung übernehme die Regierung „Verantwortung für die langfristige Energiesicherheit“ des Landes, heißt es in einem gemeinsamen Statement mit der bisherigen Betreiberfirma Engie aus Frankreich.
Ziel sei es, ein „ökonomisch tragfähiges Geschäftsmodell“ aufzubauen, das Versorgungssicherheit, die Stärkung der Belastbarkeit der Industrie, Wohlstandssicherung und die Erfüllung der Klimaziele in Einklang bringe. Bis Anfang Oktober soll eine detaillierte Vereinbarung dazu feststehen.
Deutschland schaltete die Atomkraftwerke bereits 2023 ab
Bereits im Mai 2025 hatte Belgiens Parlament die Abkehr vom Atomausstieg gebilligt (JF berichtete). Nach den 2003 beschlossenen Plänen sollten die Kraftwerke Doel und Tihange im vergangenen Jahr abgeschaltet werden, kurz nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine war diese Frist aber vorläufig bis 2035 verlängert worden. Fünf von insgesamt sieben Reaktoren wurden allerdings bereits stillgelegt. Inzwischen plant die belgische Regierung, neue Kernkraftanlagen zu bauen.

In Deutschland hatte die Ampel-Bundesregierung den Atomausstieg bereits im April 2023 mit der Abschaltung der letzten verbliebenen Kraftwerke vollzogen. Den Beschluss dafür hatte die CDU-geführte Regierung 2011 gefasst, nachdem ein Tsunami das japanische Kernkraftwerk Fukushima zerstört hatte. (kuk)





