LEIPZIG. Die Bundespolizei hat am Dienstag morgen Wohnungen und Geschäfte von rund 50 Syrern durchsucht, die mittels Passbetrug Illegale ins Land einschleusen wollten. „Wir waren mit 1.000 Beamten in Leipzig und dem Umland im Einsatz“, teilte ein Sprecher der Bundespolizei der Bild mit. Demnach seien die meisten Beschuldigten bereits legal nach Deutschland eingewandert. Bei der Razzia seien auch einige Personen gestellt worden, die durch die Passmasche ins Land kamen sowie mutmaßliche Drahtzieher.
Konkret sollen die Syrer ihre Pässe an jene Landsleute in der Heimat geschickt haben, die ihnen ähnlich sahen. Die Bundespolizei hatte die Masche an Flughäfen im Nahen Osten aufgedeckt. Deren Beamte, die teils die Fluglinien vor Ort beraten, stellten Unterschiede zwischen den Illegalen und den Personen auf den Dokumenten fest.
Nicht der erste Fall dieser Art
Die Verdächtigen wurden zum Leipziger Hauptbahnhof gebracht, wo sich die Wache der Bundespolizei befindet. Sie sollen nun an die zuständige Ausländerbehörde übergeben werden. Die Ermittlungen dauern an. Es gehe um die Hintergründe sowie darum, ob eine Organisation hinter dem Passbetrug steckt, sagte der Bundespolizeisprecher der Leipziger Volkszeitung.
Schwerpunkt der Razzia war die Leipziger Eisenbahnstraße, die seit Jahren als Kriminalitätsschwerpunkt gilt. Bereits 2024 hatte die Polizei dort drei Syrer festgenommen, die mittels des anonymisierten, informellen Hawala-Banking-Systems die Zahlung von Schleuserlöhnen ermöglicht haben sollen.
Ein Jahr später wurde ein weiteres mutmaßliches Mitglied eines syrischen Clans in Zusammenhang mit Passbetrug in Leipzig angeklagt. Seine Frau hatte 2020 den Verlust zweier Ausweisdokumente gemeldet, für die neuen Dokumente überreichte sie allerdings zwei fremde Passbilder einer in der Türkei lebenden Syrerin. Der Ehemann verschickte die Pässe anschließend per Post. Der Prozess wurde allerdings gegen eine Geldauflage von 1.000 Euro eingestellt. (kuk)






