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Queerbeauftragter Ludger Schepers: Katholische Kirche: Gottes Plan ist queer

Queerbeauftragter Ludger Schepers: Katholische Kirche: Gottes Plan ist queer

Queerbeauftragter Ludger Schepers: Katholische Kirche: Gottes Plan ist queer

Queerbauftragter der katholischen Kirche Bischof Ludger Schepers
Queerbauftragter der katholischen Kirche Bischof Ludger Schepers
Kirchenfunktionär Schepers: „Ob homo-, trans- oder intergeschlechtlich – (das) ist kein modernes Konstrukt, sondern Teil des Schöpfungsplans.“ Foto: Imago / Funke Foto Services
Queerbeauftragter Ludger Schepers
 

Katholische Kirche: Gottes Plan ist queer

Kurswechsel der Kirche? Der Essener Weihbischof Ludger Schepers ist seit 2023 der Queerbeauftragte der katholischen Kirche. Nun korrigiert er Gottes „Schöpfungsplan“.
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Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat einen Queerbeauftragten – und seit der Osterwoche weiß das nun auch ganz Deutschland. Denn am Dienstag nach dem Fest forderte der nichts weniger als einen Kurswechsel der Kirche. Beziehungsweise er verkündete ihn gleich selbst. Gegenüber der katholischen Nachrichtenagentur KNA erklärte Ludger Schepers: „Die Vielfalt menschlicher Identitäten, ob homo-, trans- oder intergeschlechtlich“, sei „kein modernes Konstrukt“, sondern vielmehr „Teil des Schöpfungsplans“. Hingegen warnte er vor dem „Irrweg“ einer Rückkehr zu alten Geschlechterbildern, die er als patriarchale Strukturen definierte. Die Kirche müsse Stellung beziehen, sich ändern, mehr für Gleichberechtigung tun, denn, so der Weihbischof, das Bisherige sei nicht genug.

In seinem Heimatbistum Essen sind solche „progressiven“ Vorstöße nicht unbekannt. Schließlich übt hier Franz-Josef Overbeck sein Hirtenamt aus – der berüchtigt für seine „reformerischen“ Positionen ist. Auch Oberhausen-Osterfeld, wo Schepers 1953 geboren wurde, gehört zum Ruhrbistum, das Strukturwandel, Mitgliederschwund und Finanzierungsnot bedrohen. Auch das Studium in Freiburg und Münster passt in den Vorzeigelebenslauf des progressiv-katholischen Klerus. 2008 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Weihbischof.

Mangelnde Gleichberechtigung in der Kirche „zerreiße ihn“

Ähnlich wie andere Vertreter der „neuen Kirche“ hat Schepers seinen Dienst in den westdeutschen, nur noch strukturkatholischen Gebieten wie Oberhausen, Duisburg und Essen versehen; ein längerer Aufenthalt in Rom oder anderen Teilen der Welt gehört nicht zu seiner Vita. Das hielt die DBK nicht davon ab, ihn in die Kommission Weltkirche und die Unterkommission für Missionsfragen zu berufen, deren Vorsitzender er ist.

In dieser Position brillierte Schepers bereits 2023, als er gegen das Anti-Homosexuellen-Gesetz in Uganda protestierte: „Als Kirche, die leider selbst auf eine lange queerfeindliche Tradition zurückblickt und (diese nur) mühsam überwindet, dürfen wir angesichts solcher Maßnahmen nicht schweigen“, so Schepers. Im selben Jahr fiel die Zahl der Kirchenmitglieder in Essen unter 700.000 bei 2,5 Millionen Einwohner. 14.000 Austritten standen nur 4.500 Taufen gegenüber.

Schepers sieht seine Prioritäten anderswo. Der 73jährige ist bereits seit 2008 Mitglied in der Unterkommission „Frauen in Kirche und Gesellschaft“. Das Fehlen echter Gleichberechtigung „zerreiße ihn“, klagte er auf dem Katholikentag 2022. Schepers macht sich dafür stark, die Zulassung von Frauen zu allen Weiheämtern zu prüfen. Dabei hat bereits Papst Johannes Paul II. festgestellt, dass die Kirche gar keine Autorität habe, um Frauen zu Priestern zu weihen. In Essen weiß man es besser.

Seit 2023 ist er zuständig für die LGBTQ+-Pastoral

Seit 2023 ist Schepers offiziell für die LGBTIQ+-Pastoral zuständig. Dabei lässt er auch an katholischen Brüdern kein gutes Haar. Als 2025 Weihbischof Athanasius Schneider mit drei Bischofsbrüdern ein „Gebet der Wiedergutmachung“ als Reaktion auf die erste offizielle LGBT-Pilgerfahrt nach Rom abhielt, geißelte Schepers das als „skandalöses Zeichen kirchlicher Engstirnigkeit“. Wer so handele, verrate das Evangelium.

Dabei bleibt sein Eifer nicht ohne Widerwort. Aus Uganda antwortete kurz nach der Essener Meldung Erzbischof Paul Ssemogerere. Homosexualität sei ein „Übel“ und werde von der Kirche weiter als „sündhaft“ betrachtet, so der Oberhirte von Kampala. Afrika ist eben nicht Oberhausen.

Aus der JF-Ausgabe 17/26.

Kirchenfunktionär Schepers: „Ob homo-, trans- oder intergeschlechtlich – (das) ist kein modernes Konstrukt, sondern Teil des Schöpfungsplans.“ Foto: Imago / Funke Foto Services
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