BERLIN. Der Berliner Senat hat im Kampf gegen die Vermüllung der Hauptstadt (die JF berichtete) ein neues Tourismusprojekt angekündigt: Künftig sollen Besucher im Sommer Abfälle aus der Spree fischen und dafür mit Gutscheinen belohnt werden. Das Konzept „BerlinPay“ soll noch vor Pfingsten vorgestellt werden.
Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) sagte, man wolle sich am Modell von Kopenhagen orientieren. Dort werden Touristen beim Projekt „CopenPay“ mit kleinen Vergünstigungen belohnt, wenn sie sich umweltfreundlich verhalten oder beim Saubermachen helfen.
Berlin kämpft seit Jahren mit wilden Müllkippen, verdreckten Straßen und illegal entsorgtem Sperrmüll. Allein die Berliner Stadtreinigung gab nach Angaben des Senats im vergangenen Jahr 13 Millionen Euro für die Beseitigung illegaler Müllablagerungen aus. Der Senat aus CDU und SPD hat deshalb die Bußgelder bereits deutlich erhöht. Für weggeworfene Einwegbecher werden inzwischen 250 Euro fällig, liegengebliebener Hundekot kostet mindestens 80 Euro.
Mehr Personal für Berlins Müll
Auch personell will die Hauptstadt nachlegen. Die Bezirke sollen ihre Müllfahnder in den kommenden Wochen auf insgesamt 68 Kräfte aufstocken. Sie sollen vor allem kleinere Verstöße wie weggeworfene Zigarettenkippen, Tüten oder illegal abgestellten Sperrmüll ahnden. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) warb für eine sauberere Hauptstadt. Wer seinen Müll achtlos wegwerfe, schade auch dem Ansehen der Stadt.
Zugleich wird über eine neue Verpackungssteuer diskutiert. Nach dem Vorbild von Potsdam könnte Berlin künftig zusätzliche Abgaben auf Einwegbecher und Besteck erheben. Die Industrie- und Handelskammer warnt jedoch vor mehr Bürokratie und zweifelt an der Wirksamkeit solcher Maßnahmen. (rr)





