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Inflationsschock: Iran-Krieg treibt Preise in Deutschland spürbar in die Höhe

Inflationsschock: Iran-Krieg treibt Preise in Deutschland spürbar in die Höhe

Inflationsschock: Iran-Krieg treibt Preise in Deutschland spürbar in die Höhe

Öltanker in der Nähe des Iran: Seit dem Iran-Krieg können Schiffe nicht mehr sicher durch die Straße von Hormus. Foto: picture alliance / SIPA | Sam/MEI
Öltanker in der Nähe des Iran: Seit dem Iran-Krieg können Schiffe nicht mehr sicher durch die Straße von Hormus. Foto: picture alliance / SIPA | Sam/MEI
Öltanker in der Nähe des Iran: Insbesondere gestiegene Kosten für Rohöl sorgen für höhere Energiepreise. Foto: picture alliance / SIPA | Sam/MEI
Inflationsschock
 

Iran-Krieg treibt Preise in Deutschland spürbar in die Höhe

Führende deutsche Wirtschaftsexperten schlagen Alarm. Der Iran-Krieg führt zu einem erheblichen Anstieg der Inflation. Diese könnte sich sogar branchenübergreifend „durch die Wertschöpfungsketten fressen“.
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WIESBADEN/KIEL/MÜNCHEN. Mehrere führende Wirtschaftsexperten haben den andauernden Iran-Krieg für den sprunghaften Anstieg der Inflation in Deutschland verantwortlich gemacht. Wie das Statistische Bundesamt am Montag meldete, wird die Inflationsrate im März voraussichtlich bei plus 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat liegen. Im Februar 2026 hatte die Inflationsrate noch bei 1,9 Prozent gelegen.

„Der Krieg im Nahen Osten dürfte die privaten Haushalte und die Unternehmen zusätzlich belasten, insbesondere über höhere Energiepreise“, heißt es etwa im aktuellen Monatsbericht der Bundesbank. Die Zentralbank geht davon aus, dass die „Inflationsrate in nächster Zeit deutlich Richtung drei Prozent ansteigen“ dürfte. Der Forschungsleiter vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, Friedrich Heinemann, rechnet mit einer Inflation, die „nun rasch auf drei Prozent und darüber treiben“ werde.

Gegenüber dem Vormonat Februar 2026 stiegen die Verbraucherpreise laut Statistischem Bundesamt um 1,1 Prozent. Die Kerninflation – also die Preissteigerung ohne die stark schwankenden Bereiche Nahrungsmittel und Energie – wird voraussichtlich bei plus 2,5 Prozent liegen. Besonders auffällig ist der Anstieg bei den Energiepreisen. Diese dürften im März gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,2 Prozent höher liegen. Damit verzeichnet der Energiebereich erstmals seit Dezember 2023 wieder einen Preisanstieg zum Vorjahr.

Jährliche Veränderung des Verbraucherpreisindex und ausgewählter Gütergruppen. Quelle: Statistsiches Bundesamt. Screenshot: JF

Inflation wird weiter ansteigen – mit Folgen für Haushalte und Unternehmen

„Der Anstieg der Inflation im März ist erst der Anfang“, prophezeite Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Würde der Krieg nicht rasch enden, würden sich die Energiekosten „in den kommenden Monaten durch die Wertschöpfungsketten fressen“.

Auch der Umfragenleiter des Ifo-Instituts, Klaus Wohlrabe, schlägt Alarm: „Der Preisdruck in Deutschland nimmt wieder spürbar zu.“ Die neuen Preiserwartungen stehen nach Angaben des Wirtschaftswissenschaftlers im Zusammenhang mit deutlich gestiegenen Kosten für Rohöl, Gas und Strom infolge des Iran-Kriegs. „Die hohen Energiepreise dürften die Inflation in den kommenden Monaten erhöhen“, warnte Wohlrabe. Während die Energiekomponente die Inflation zuletzt noch gedämpft hatte, zeichne sich nun eine Umkehr ab.

Die Unternehmen geben laut den Ifo-Preiserwartungen steigende Kosten zunehmend an ihre Kunden weiter. Über höhere Produktions- und Transportkosten würden die Energiepreise auch auf viele Waren und Dienstleistungen durchschlagen.

Steigende Preisentwicklung bei konsumnahen Dienstleistungen inklusive Einzelhandel. Quelle: Ifo-Institut / Statistisches Bundesamt. Screenshot: JF

Kein Ende des Iran-Kriegs in Sicht

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) prognostiziert einen Kaufkraftverlust in Höhe von 0,6 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung. Konkret entspräche dies einem Minus von 26,82 Milliarden Euro. IfW-Präsident Moritz Schularick zeigte sich im ZDF-„Heute Journal“ mit Blick auf eine Entschärfung der Lage in Nahost pessimistisch. Er sei aufgrund der Lage „sehr besorgt“.

Mittlerweile dauert der Krieg im Nahen Osten zwischen den USA und Israel auf der einen Seite und dem Iran auf der anderen Seite vier Wochen an. Rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls müssen die derzeit faktisch weitestgehend gesperrte Straße von Hormus passieren – einen schmalen Seekorridor zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman.

Der Irankrieg und die Sperrung der Straße von Hormus bringen die Börsenkurse durcheinander (Symbolbild).
Die Straße von Hormus: Von fallenden Ölpreisen ist derzeit keine Spur. Foto: picture alliance / NurPhoto | Jonathan Raa

Nachdem Pläne der Vereinigten Staaten bekannt geworden waren, in der Kriegsregion einen Einsatz von Bodentruppen zu erwägen, wurde die Erwartung eines schnellen Endes des Konflikts geschmälert (JF berichtete). Auch Hoffnungen auf einen Aufschwung der deutschen Wirtschaft wurden durch die neuesten Berechnungen der Wirtschaftsexperten zerschlagen. (rsz)

Öltanker in der Nähe des Iran: Insbesondere gestiegene Kosten für Rohöl sorgen für höhere Energiepreise. Foto: picture alliance / SIPA | Sam/MEI
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