SOFIA. Eine 39jährige Bulgarin wurde am Montag in Bulgariens Hauptstadt Sofia einem Haftrichter vorgeführt, weil die Justiz ihr vierfachen versuchten Mord an Deutschen vorwirft. Beim Betreten des Gerichtssaals soll die Frau gesagt haben, sie „möge keine Deutschen“, wie die Bild-Zeitung berichtet. Zudem soll sie vor Gericht betont haben, eine „gewissenhafte Bürgerin“ zu sein und mit ihren mutmaßlichen Taten „im Interesse der Gesellschaft“ gehandelt zu haben.
Am vergangenen Donnerstag wurden gegen 19:30 Uhr Rettungskräfte zur Bahnstation „Wassil-Lewski-Stadion“ gerufen. Zwei deutsche Männer im Alter von 63 und 65 Jahren hatten dort Stichverletzungen erlitten, Lebensgefahr bestand nach Angaben des Uniklinikums Pirogow nicht. Wenige Minuten später wurden unweit des ersten Tatorts zwei deutsche Frauen, 26 und 30 Jahre alt, ebenfalls mit einem Messer angegriffen. Sie konnten das Krankenhaus noch am selben Abend verlassen.
Bulgarin soll in Psychiatrie untersucht werden
Die 39jährige Tatverdächtige flüchtete nach den beiden Attacken. Überwachungskameras zeigten die Angriffe. Im Anschluss veröffentlichte das Innenministerium noch in derselben Nacht ein Fahndungsfoto der Bulgarin, kurz darauf nahmen Polizeibeamte sie fest.
Im Kontext der Ermittlungen sei auch ein psychiatrisches Gutachten der mutmaßlichen Täterin erstellt worden. Laut den Verantwortlichen liegen Hinweise auf eine paranoide Schizophrenie vor, Krankenakten gibt es bislang jedoch keine. Deshalb soll sie nun in der Gefängnispsychiatrie im bulgarischen Lowetsch untersucht werden. Innenminister Emil Detschew hatte bereits gemutmaßt, die Frau leide wahrscheinlich an einer psychischen Störung. (st)







