MAINZ. Das ZDF hat sich kritisch zu einer Folge der Kindernachrichtensendung „logo!“ vom vergangenen Donnerstag geäußert. „Rückblickend erkennen wir, dass diese Programmierung unglücklich war“, erklärte eine Pressesprecherin gegenüber der Catholic News Agency (CNA).
Zuvor hatte der frühere ZDF-Hauptstadtkorrespondent Thorsten Alsleben dem Sender vorgeworfen, „einen einseitigen Hetzbericht über die Geschichte der christlichen Kirchen gebracht zu haben“, und deswegen Programmbeschwerde eingelegt. Alsleben ist heute Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).
Ich habe heute zum ersten mal im Leben eine förmliche Programmbeschwerde beim @ZDF Fernsehrat eingereicht. Die Kindernachrichtensendung Logo hatte in einer mehrere Programmrichtlinien verletzenden Form einen einseitigen Hetzbericht über die Geschichte der christlichen Kirchen… pic.twitter.com/sggSuZoqM7
— Thorsten Alsleben 🇩🇪🇮🇱🇺🇦 (@BerlinReporter) March 19, 2026
Nur Ablasshandel und Missbrauchsskandale
In der Sendung vom 19. März war zunächst ein Bericht über das Ende des Ramadan gezeigt worden. Darin wurde die islamische Fastpraxis in positiven Farben gezeichnet. Direkt im Anschluss folgte ein Beitrag über das Christentum. Dieser zweite Einspieler stellte ausschließlich auf Negatives ab: Er erwähnte etwa den von der Kirche verantworteten Ablasshandel im Mittelalter und die Angst der damaligen Menschen, in die Hölle zu kommen.
Die Botschaft von der Gnade in Jesus Christus, von Errettung und Vergebung fand dagegen keinen Platz. Dafür wurden wiederum die Missbrauchsskandale erwähnt. Am Ende des Einspielers sind drei Kleriker zu sehen. Über ihnen prangen die Schlagwörter: „nicht modern“, „Verbrechen“, „Fehler“.
Alsleben zeigte sich über diese Einseitigkeit entsetzt. Seine Tochter habe ihn danach gefragt, ob das stimme, „und wir mussten unterbrechen und ihr und meinem Sohn den Zusammenhang erklären“. Der gläubige Christ resümierte: „Der Eindruck, der sich gerade Kindern bieten musste: Ramadan/Islam fröhlich-freundlich; Kirchen strafend, angsteinflößend, unwissenschaftlich, voller Verbrechen.“
ZDF: „Keinesfalls intendiert“
Alsleben zeigte sich überzeugt, dass das ZDF damit gegen seine Programmrichtlinien verstoße, die die „Achtung gegenüber religiösen Überzeugungen“ verlangten und dabei vorschrieben, dass die „Vielfalt des religiösen Lebens“ gezeigt werden müsse, „ohne diese herabzuwürdigen“.

Die ZDF-Sprecherin betonte nun, dass „eine solche Wirkung keinesfalls intendiert“ gewesen sei. „Beide Themen wurden unabhängig und ohne Absicht einer inhaltlichen Gegenüberstellung geplant.“ Zugleich bedauerte sie, dass „die Kombination der Beiträge innerhalb einer Sendung den Eindruck einer beabsichtigten Gegenüberstellung vermittelt hat“. Die Redaktion werde den Vorgang „intern kritisch prüfen“.
„Entschuldigung fällig“
Alsleben zeigte sich am Dienstag enttäuscht von der Reaktion des ZDF. „Ach, sieh an, nach fünf Tagen gibt das ZDF den Fehler zu“, schrieb er im Kurznachrichtendienst X. „Aber gesendet ist es und hat Hunderttausende Kinder erreicht und beeinflusst. Eigentlich wäre eine Entschuldigung mit Gegendarstellung fällig.“
Es ist nicht das erste Mal, dass die öffentlich-rechtlichen Sender mit einseitig negativen Darstellungen des christlichen Glaubens auffallen. So musste die „Tagesschau“ im vergangenen Sommer ein Video aus den sozialen Medien löschen, in dem sie gläubige Fußballer als Problem dargestellt hatte (JF berichtete). (ser)






