FRIEDRICHSHAFEN. Der Autozulieferer ZF hat im Geschäftsjahr 2025 einen deutlich höheren Verlust verbucht. Unter dem Strich stand ein Minus von 2,1 Milliarden Euro, doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Hauptgrund sei der umfassende Konzernumbau, bei dem das Unternehmen Milliarden abschreibt und sich von unprofitablen Projekten trennt.
Konzernchef Mathias Miedreich hat den harten Schnitt als notwendige Voraussetzung für eine Erholung verteidigt. „Die Abschreibungen unprofitabler Projekte haben einen Einmaleffekt auf unsere Bilanz für 2025. Aber so nehmen wir Steine aus dem Rucksack für den Aufstieg in den kommenden Jahren.“
Operativ zeigt sich tatsächlich eine leichte Verbesserung: Das bereinigte Ergebnis stieg von 1,47 auf 1,75 Milliarden Euro. Die strukturellen Probleme bleiben jedoch erheblich. Besonders belastend ist die hohe Verschuldung. Die Nettoschulden liegen bei 10,2 Milliarden Euro. Zwar konnte ZF seine Finanzverbindlichkeiten zuletzt um 250 Millionen Euro reduzieren, doch die Entlastung fällt gering aus. Gleichzeitig sank die Eigenkapitalquote deutlich auf 13,3 Prozent – ein Wert, der die angespannte finanzielle Lage unterstreicht. Auch das operative Geschäft entwickelt sich schwach. Der Umsatz ging um sechs Prozent auf 38,8 Milliarden Euro zurück.
Keine schnelle Wende bei ZF in Sicht
Finanzchef Michael Frick dämpfte Erwartungen an eine schnelle Erholung: „Wir sehen keine durchgreifende Belebung der Nachfrage.“ Belastend wirken die schwache Konjunktur und die anhaltend geringe Dynamik im Markt für Elektroautos. Der Umbau hat zudem spürbare Folgen für die Beschäftigten. Der Abbau von bis zu 14.000 Stellen in Deutschland schreitet voran. Weltweit sank die Zahl der Mitarbeiter auf mehr als 153.000, ein Rückgang um fünf Prozent. In Deutschland verringerte sich die Belegschaft ebenfalls um etwa fünf Prozent auf gut 49.000 Beschäftigte.
Eine rasche Wende ist nicht in Sicht. Für 2026 erwartet der Konzern einen Umsatz von etwas über 38 Milliarden Euro und damit kaum Wachstum. Miedreich stellte klar, dass der Weg zurück zur Profitabilität Zeit brauchen wird: „Wir werden uns Schritt für Schritt wieder die Profitabilität erarbeiten.“ Für den Konzern und seine Beschäftigten bedeutet das eine anhaltend schwierige Phase. (rr)






