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Linke Heuchelei: Der Krieg gegen den Iran war nicht „unprovoziert“

Linke Heuchelei: Der Krieg gegen den Iran war nicht „unprovoziert“

Linke Heuchelei: Der Krieg gegen den Iran war nicht „unprovoziert“

Aufnahme einer Demonstration am 15. März 2026 in Berlin vor dem Roten Rathaus, bei der Teilnehmer mit iranischen Nationalflaggen und Plakaten mit der Aufschrift „Hands off Iran“ sowie persischsprachigen Losungen zu sehen sind. Im Hintergrund sind weitere Protestschilder, darunter eines mit der Forderung nach Befreiung des Irans und einer Zeichnung von Bomben, die auf das Land fallen. Die Kundgebung fand im Kontext der eskalierenden Spannungen zwischen Iran, Israel und den USA statt, wobei sowohl regimefreundliche als auch regimkritische Gruppen anwesend waren. Demonstration vor dem Roten Rathaus: Teilnehmer mit Plakat „Hands off Iran“. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Michael Kuenne
Aufnahme einer Demonstration am 15. März 2026 in Berlin vor dem Roten Rathaus, bei der Teilnehmer mit iranischen Nationalflaggen und Plakaten mit der Aufschrift „Hands off Iran“ sowie persischsprachigen Losungen zu sehen sind. Im Hintergrund sind weitere Protestschilder, darunter eines mit der Forderung nach Befreiung des Irans und einer Zeichnung von Bomben, die auf das Land fallen. Die Kundgebung fand im Kontext der eskalierenden Spannungen zwischen Iran, Israel und den USA statt, wobei sowohl regimefreundliche als auch regimkritische Gruppen anwesend waren. Demonstration vor dem Roten Rathaus: Teilnehmer mit Plakat „Hands off Iran“. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Michael Kuenne
Pro-iranische Demonstration vor dem Roten Rathaus: Teilnehmer mit Plakat „Hands off Iran“. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Michael Kuenne
Linke Heuchelei
 

Der Krieg gegen den Iran war nicht „unprovoziert“

Der Vorwurf des „unprovozierten Krieges“ gegen Iran ignoriert systematisch die Gewaltgeschichte des Regimes – von der Finanzierung des 7. Oktober bis zu Hisbollahs Raketenangriffen. Wer das verschweigt, betreibt Geschichtsrevision im Dienste einer gefährlichen Ideologie. Ein Kommentar von Brendan O’Neill.
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Ich habe viel über den Ausdruck „unprovozierter Krieg“ nachgedacht. Er fällt seit dem Ausbruch der Feindseligkeiten im Iran wie selbstverständlich aus den Mündern der Linken. In dieser Woche schrieben Jeremy Corbyn, Zarah Sultana und Dutzende verstaubter Friedensprediger einen Brief an den Guardian, in dem sie darauf bestanden, dass Großbritannien mit Amerikas und Israels „unprovoziertem Krieg“ im Iran nichts zu tun haben dürfe.

Hier ist meine Frage: Ist die Vergewaltigung und Ermordung von Juden keine Provokation? War das schlimmste antijüdische Verbrechen seit dem Holocaust – der 7. Oktober – keine Provokation? Die Tyrannen von Teheran waren die Zahlmeister der dschihadistischen Bestien, die dieses Massaker verübten. Sie statteten diese Armee von Antisemiten mit Waffen und Ausbildung aus, die Israel vor nicht einmal drei Jahren zu Land, zu Wasser und aus der Luft überfiel. War das keine Provokation?

Ist es keine Provokation, Tausende Raketen auf ein Nachbarland niederprasseln zu lassen? Ist es keine Provokation, eine Nation einem ballistischen Hagel auszusetzen, der Zehntausende Zivilisten in die Flucht treibt und Dutzende Unschuldige tötet, darunter zwölf drusische Kinder, die Fußball spielten? Genau das hat die Hisbollah in den letzten drei Jahren getan. Die Hisbollah erhielt Hunderte Millionen Dollar von der Islamischen Republik, um genau solche gewaltsamen Angriffe auf den jüdischen Staat zu finanzieren. Ist das keine Provokation?

Der Iran ist nicht unschuldig

Man kann vieles über Amerikas und Israels Krieg im Iran sagen. Manche nennen ihn tapfer, andere leichtsinnig. Aber eines kann man nicht ernsthaft behaupten: dass er unprovoziert sei. Es sei denn, man vertritt die Auffassung, der Massenmord an Juden solle keine Konsequenzen haben. Dass antijüdische Horden, wie in den 1930er- oder 1490er-Jahren, Juden straffrei töten dürfen. Wer so denkt, sollte diese Meinung besser für sich behalten.

Traditionell waren es die Kriegsbefürworter, die sprachliche Tricks anwandten, um ihre Handlungen zu rechtfertigen oder ihre wahren Motive zu verschleiern. Tariq Ali nennt es die „Grammatik der Täuschung“. Heute findet man solche semantische Doppeldeutigkeit eher bei den Kriegsgegnern.

Tatsächlich hat Präsident Trump – im Gegensatz zu seinen Vorgängern, die ihre Kriege als „Friedenssicherung“ verkauften – mit ungewöhnlicher Offenheit über die Natur des Krieges gesprochen. Er hat von „Tod, Feuer und Wut“ gesprochen, die über das iranische Regime gebracht werden. Hässlich, aber ehrlich. Es ist die andere Seite, Trumps laute Kritiker und Israels zahllose Hasser, die Sprache nicht zur Klärung, sondern zur Verschleierung einsetzen.

„Unprovozierter Krieg“ – das ist nicht nur faktisch falsch, es ist absichtliche Heuchelei. Es zieht einen dichten Schleier über die Ereignisse der letzten drei Jahre. Es entlastet die Islamische Republik von ihren Sünden des gewalttätigen Antisemitismus. Es reißt die von diesem Regime finanzierten Kriegsverbrechen aus dem Gedächtnis und konditioniert uns, den Iran als unschuldiges Opfer eines „imperialen“ Angriffs durch den jüdischen Staat und seine amerikanischen Handlanger zu sehen. Es ist eine Lüge, die sich als Kritik tarnt.

Das Opfer des Antikrieges

Dann gibt es noch den „illegalen Krieg“. Sagt wer? Wer hat die Medien zum Richter, Geschworenen und Henker darüber gemacht, wann Nationen kämpfen dürfen? Meine Meinung ist einfach: Wenn es gegen das Völkerrecht verstößt, dass der einzige jüdische Staat der Welt die islamistischen Despoten verfolgt, die die Vergewaltigung und Ermordung seiner Bürger finanziert haben, dann ist dieses Recht ein Esel. Schlimmer noch: Es ist antisemitisch.

Wie viele andere mache ich mir Sorgen über diesen Krieg. Aber ich mache mir noch größere Sorgen über die Opposition dagegen. Es gibt eine bewusste Weigerung, sich mit dem auseinanderzusetzen, was in diesem Konflikt auf dem Spiel steht. Dies ist kein „weiterer Irak“. Diese Katastrophe wurde durch Lügen über Saddams Bedrohung des Westens angeheizt. Die Islamische Republik ist eine Bedrohung. Sie hat hypergewalttätige Angriffe auf unseren Verbündeten Israel niedergehen lassen. Ihre barbarischen Stellvertreter verbreiten Chaos im Nahen Osten. Ihre theokratische Intoleranz erstreckt sich bis in den Westen, wo sie Terror finanziert.

Indem sie diese islamistische Tyrannei verharmlosen und als Opfer der „niederträchtigen Juden“ darstellen, haben sich die Linke und weite Teile der Medien zu Agenten der Verwirrung gemacht. Man sagt, das erste Opfer des Krieges sei die Wahrheit. Jetzt ist sie auch das erste Opfer des Antikrieges.

Amerika und Israel müssen siegen

Es gibt einen moralischen Defätismus zu diesem Krieg, den ich zutiefst beunruhigend finde. Es gibt eine Art schadenfrohen Fatalismus. Man spürt ihn. Die abendlichen BBC-Nachrichten wirken derzeit wie ein einziges höhnisches Grinsen über die Probleme, die Amerika sich selbst eingebrockt hat. Man gewinnt den Eindruck, manche würden es sogar begrüßen, wenn Amerika und Israel „eine Lektion erteilt“ würde. Für mich fühlt es sich an wie kulturelle Selbstverachtung im Gewand des Pazifismus – ein Gefühl, das weniger Erbe der alten Friedensbewegungen ist als ein bösartiger Auswuchs der Abneigung gegen den Westen, der an unseren Universitäten und in unseren Institutionen wütet.

Ich fürchte, diese Leute verstehen nicht, wie katastrophal es wäre, wenn die Islamische Republik gestärkt aus diesem Konflikt hervorginge. Sowohl regional, wo die jüdische Heimat einem erneuten Bedrohungsszenario gegenüberstünde, als auch global, wo der Islamismus neuen Auftrieb erhielte, wäre es eine Katastrophe für die Menschheit. Ich verstehe: Krieg ist hässlich, „Regime Change“ ist destabilisierend, und Trump ist verrückt. Aber trotzdem kann ich ohne jede Gewissenbisse sagen: Ich will, dass Amerika und Israel diesen Krieg gewinnen – und zwar entscheidend.


Brendan O’Neill ist ein britischer Autor und Kommentator, der für zahlreiche Publikationen wie Spiked, Spectator, New York Post, National Post schreibt. Der Kommentar erschien zuerst im britischen Magazin The Spectator.

Pro-iranische Demonstration vor dem Roten Rathaus: Teilnehmer mit Plakat „Hands off Iran“. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Michael Kuenne
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