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Zweiter Weltkrieg: „Unternehmen Paukenschlag“: Deutsche U-Boote vor New York

Zweiter Weltkrieg: „Unternehmen Paukenschlag“: Deutsche U-Boote vor New York

Zweiter Weltkrieg: „Unternehmen Paukenschlag“: Deutsche U-Boote vor New York

Großadmiral Karl Dönitz zeichnet deutsche U-Boot-Fahrer aus: "Unternehmen Paukenschlag" traf die Alliierten unvorbereitet Foto: picture alliance / akg-images | akg-images
Großadmiral Karl Dönitz zeichnet deutsche U-Boot-Fahrer aus: "Unternehmen Paukenschlag" traf die Alliierten unvorbereitet Foto: picture alliance / akg-images | akg-images
Großadmiral Karl Dönitz zeichnet deutsche U-Boot-Fahrer aus: „Unternehmen Paukenschlag“ traf die Alliierten unvorbereitet Foto: picture alliance / akg-images | akg-images
Zweiter Weltkrieg
 

„Unternehmen Paukenschlag“: Deutsche U-Boote vor New York

Die Kapitäne der britischen und US-amerikanischen Schiffe wähnten sich Anfang 1942 in Sicherheit. Die US-Ostküste liege außerhalb der Reichweite deutscher U-Boote, glaubten sie. Gefahr drohe ihnen erst im Nordatlantik, wo seit 1939 der Zweite Weltkrieg auch auf hoher See tobte. Die Versenkung des britischen Frachters SS Cyclops am 11. Januar durch U 123 bewies ihnen das Gegenteil. Der Angriff gilt als Beginn des Unternehmens „Paukenschlag“, mit dem die deutsche Kriegsmarine erstmals vor der Ostküste der Vereinigten Staaten Jagd auf feindliche Schiffe machte.

Möglich machten das die U-Boote vom Typ IX mit ihrer Reichweite von 22.000 bis 24.000 Kilometern. Sie konnten die rund 6.000 Kilometer lange Strecke von ihren Stützpunkten an der französischen Atlantikküste bis New York und Norfolk bewältigen. Dort angekommen hatten sie unter Berücksichtigung der Rückfahrt noch genug Treibstoff für zwei Wochen im Einsatz.

Die in der NS-Propaganda als „Wölfe der See“ stilisierten U-Boote fanden in ihrem neuen Jagdrevier ideale Bedingungen vor. Die ahnungslosen Frachter fuhren mit eingeschalteten Positionslichtern, Geleitschutz erhielten sie erst vor dem kanadischen Halifax.

Der Überraschungsschlag der U-Boote gelang

Der Befehlshaber der U-Boote, Karl Dönitz, schickte für den Überraschungsangriff zunächst sechs U-Boote Richtung Westen. Sie stachen Ende Dezember in See und erreichten ihr Einsatzgebiet nach rund zwei Wochen Fahrt. Das Unternehmen unterlag höchster Geheimhaltung. Aus Angst vor alliierten Spionen verzichtete man darauf, Kartenmaterial für das Einsatzgebiet zu den bereit stehenden Seeleuten zu schicken. Man fürchtete, dies würde bekannt werden und so die Absicht verraten.

Während der Anfahrt über Atlantik war den U-Booten verboten, Feindschiffe anzugreifen. So sollten sie unbemerkt vor Ort in Stellung gehen können. Einzig für so verlockende Ziele wie Großkampfschiffe sollte eine Ausnahme gemacht werden dürfen. Der erfolgreiche aber verfrühte Angriff auf die SS Cyclops stellte so gesehen eine Gefährdung des Planes dar.

Am Morgen des 14. Januar begannen U 66 östlich von Kap Hatteras, U 123 vor Long Island und U 125 vor New Jersey ihre Angriffe. Die übrigen Boote patrouillierten vor der kanadischen Küste. Die Alliierten wurden wie vom Blitz getroffen, ihre Verluste erfolgten für sie wie aus heiterem Himmel. Zwar löschten ihre Kapitäne nun ihre Positionslichter, da die Küstenstädte jedoch auf Verdunkelung verzichteten, zeichneten sich die Silhouetten der Frachter als gut sichtbare Ziele davor ab.

Alliierte verloren fast 400 Schiffe

Der Kommandant von U 123, Reinhard Hardegen (l.) Foto: picture alliance / prisma | Schultz Reinhard
Der Kommandant von U 123, Reinhard Hardegen (l.) Foto: picture alliance / prisma | Schultz Reinhard

Nach rund drei Wochen war der Spuk vorerst vorbei und das letzte deutsche U-Boot machte sich auf den Rückweg. Den „Wölfen der See“ war es gelungen, insgesamt 23 Schiffe mit 150.505 Bruttoregistertonnen (BRT) zu versenken. Allein U 123 zerstörte sieben Schiffte mit 46.744 BRT. Dessen Kommandant Reinhard Hardegen erhielt dafür ein Telegramm von höchster Stelle der Kriegsmarine. „An den Paukenschläger Hardegen. Bravo! Gut gepaukt. Dönitz.“ Hardegen, dessen verfrühte Attacke das ganze Unternehmen gefährdet hatte, wurde für seinen Einsatz vor der US-Ostküste das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen.

Hardegen unternahm von März bis Mai 1942 bereits eine weitere Fahrt gen USA. In diesen Monaten waren die dortigen Gewässer wiederholt das Ziel deutscher U-Boote. Da es bis zum Juni dauerte, bis die US-Navy das im Nordatlantik bewährte Konvoi-System übernahm, konnten die Deutschen zunächst ungehindert Jagd auf Dampfer und Frachter machen. Die Alliierten verloren in dieser Zeit 397 Schiffe mit über zwei Millionen BRT. Rund 5.000 amerikanische und britische Seeleute fanden in den Fluten den Tod. Das Deutsche Reich mußte im gleichen Zeitraum sieben U-Boote mit 302 Besatzungsmitgliedern als Verluste verzeichnen.

Hardegen lief zu weiteren Feindfahrten aus

Der Geleitschutz der Alliierten, gezielte Gegenschläge und schließlich die Entschlüsselung der deutschen Funktechnik wendeten auf dem Kriegsschauplatz Atlantik das Blatt zugunsten der angelsächsischen Verbündeten. Aus den deutschen Jägern wurden die Gejagten. Rückblickend galten die ersten Monate des Jahres 1942 als „zweite glückliche Zeit der deutschen U-Boote“. Ihre erste Hochphase hatten sie zu Beginn des Weltkrieges, bevor sich die britische Marine auf die Bedrohung einstellte.

Hardegen wurde ungeachtet dessen mit insgesamt elf Feindfahrten einer der erfolgreichsten und bekanntesten U-Boot-Kommandanten. Seine Versetzung als Ausbilder bei der 27. U-Flottille bewahrte ihn vor dem Schicksal vieler seiner Kameraden, die in den Wellen den Tod finden sollten. Er starb 2018 im hohen Alter von 105 Jahren.

Großadmiral Karl Dönitz zeichnet deutsche U-Boot-Fahrer aus: „Unternehmen Paukenschlag“ traf die Alliierten unvorbereitet Foto: picture alliance / akg-images | akg-images
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