WIESBADEN. Trotz Rekordeinnahmen bei Bund, Ländern und Gemeinden ist die Schuldenaufnahme der öffentlichen Hand auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Insgesamt stieg das das Staatsdefizit um 3,9 Milliarden Euro auf 119,1 Milliarden Euro, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Die Staatseinnahmen lagen 2025 bei rund 2.140 Milliarden Euro – dies entspricht einem Plus von 5,7 Prozent.
Haupttreiber der steigenden Einnahmen waren die Sozialversicherungsbeiträge. 2025 nahmen Deutschlands Sozialkassen 8,9 Prozent mehr Geld als im Vorjahr ein, was einem Anstieg um rund 78 Milliarden Euro entspricht. Auch die Steuereinnahmen fielen im gleichen Zeitraum um 3,5 Prozent höher aus und erreichten 1.031,5 Milliarden Euro. Dem Statistischen Bundesamt zufolge trug unter anderem ein „erhöhtes Erbaufkommen“ zum Anstieg bei.
Kommunen ächzen unter dem Finanzierungsdefizit
Gleichwohl stiegen die Gesamtausgaben, die 2025 bei rund 2.259,3 Milliarden Euro lagen, gegenüber dem Vorjahr um 119,6 Milliarden Euro. Ein Grund dafür waren die schuldenfinanzierten Investitionen aus den sogenannten Sondervermögen für Infrastruktur und „Klimaneutralität“ sowie steigende Rüstungsausgaben. Damit wurden die Bruttoinvestitionen des Staates um 10,3 Prozent gegenüber 2024 erhöht. Zugleich erhöhten sich auch die Zinsausgaben um 8,1 Prozent.
Auch die Kosten für Sozialleistungen nahmen dabei um 5,6 Prozent, allen voran wegen höherer Renten- und Pensionsausgaben. Die Kosten für soziale Sachleistungen wie Krankenhausbehandlungen und Pflegeleistungen nahmen um 7,3 Prozent zu. Dennoch konnten die Sozialversicherungen ihr Defizit aufgrund höherer Einnahmen von 11,8 Milliarden Euro auf 1,7 Milliarden Euro reduzieren.
Um mehr als ein Drittel gestiegen war das Finanzierungsdefizit der Kommunen. Betrug dieses 2024 noch 21 Milliarden Euro, erhöhte es sich im Nachfolgejahr auf 28,1 Milliarden Euro. Auch der Bund verzeichnete einen Defizitzuwachs von 61 Milliarden Euro auf 79,6 Milliarden Euro, was mehr als 30 Prozent Anstieg entspricht. Lediglich die Bundesländer konnten ihre Finanzierungslücken reduzieren, von 21,6 Milliarden Euro auf 9,8 Milliarden Euro. (kuk)






