Krombacher, Jürgen Resch
Krombacher, DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch Foto: picture alliance/Ina Fassbender/dpa / JF-Montage
„Abmahnverein“

Krombacher stoppt Spenden an Deutsche Umwelthilfe

KREUZTAL. Die Brauerei Krombacher hat die Zusammenarbeit mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) beendet. Das Unternehmen mit Sitz im nordrhein-westfälischen Kreuztal habe in diesem Jahr kein Geld an die DUH gespendet, bestätigte ein Sprecher der Westfalenost. Auch künftig sei keine weitere Kooperation mehr geplant.

Einen konkreten Grund habe die Brauerei nicht genannt. Die bisherigen Spenden seien allerdings zweckgebunden gewesen, etwa für Projekte zum Schutz des Fischotters, der Kegelrobbe oder des Schreiadlers. „Natürlich achten wir darauf, daß die von uns vergebenen Mittel auch nur dafür eingesetzt werden. Dies ist entsprechend vertraglich geregelt“, teilte das Unternehmen der Welt mit.

CDU stößt Diskussion über Gemeinnützigkeit der DUH an

In den vergangenen Monaten gelangte die DUH vor allem mit Klagen in die Schlagzeilen, die in Städten wie Berlin, Hamburg, Köln, Stuttgart und München für Diesel-Fahrverbote sorgen könnten. Zudem startete der Verein eine Abmahnwelle gegen Autohäuser, die Energieverbrauchsangaben ihrer Fahrzeuge mangelhaft ausweisen. Ein CDU-Verband hatte deshalb vor kurzem die Frage gestellt, ob die auch als „Abmahnverein“ bezeichnete DUH noch die Kriterien für die Gemeinnützigkeit erfülle.

Ob es eine Verbindung zwischen dem autofeindlichen Engagement der DUH und dem Spendenstopp gibt, kommentierte der Sprecher laut Westfalenpost nicht. „Aus einer politischen Bewertung hält sich das Unternehmen heraus.“ Krombacher sei es bei der Zusammenarbeit immer „um wichtige Projekte gegangen, die wir glaubhaft durchführen“.

Steuergelder in Millionenhöhe

Neben Spenden von Unternehmen wie Toyota, den Partikelfilterherstellern HJS und Twintec oder des Pfandautomatenherstellers TOMRA erhielt die DUH auch mehrere Millionen Euro an öffentlichen Geldern. Von 2003 bis 2017 flossen über zehn Millionen Euro von der Bundesregierung nach Hannover, wo der Verein um die Geschäftsführer Jürgen Resch und Sascha Müller-Kraenner seinen Sitz hat. Seit 2013 erhält die DUH rund eine Million jährlich aus Bundesmitteln, was einem Achtel der jährlichen Gesamteinnahmen des Vereins ausmacht. (ls)

> Einen ausführlichen Artikel über die Deutsche Umwelthilfe lesen Sie in der nächsten Ausgabe der JUNGEN FREIHEIT (49/18).

Krombacher, DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch Foto: picture alliance/Ina Fassbender/dpa / JF-Montage

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