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Vatikan kontra Naturgesetze

Bei den steigenden Arbeitslosenzahlen in Deutschland dürfte bald wieder eine Diskussion um eine Neudefinition der Arbeit fällig werden. Denn wenn man ein Problem schon nicht lösen kann, muß es wenigstens umdefiniert werden. Darin versteht sich auch der Vatikan sehr gut. Er hat dafür sogar eine Menge katholischer Professoren zur Verfügung, den Heiligen Stuhl. Dieser legte Anfang 2003 ein 500 Seiten umfassendes „Lexikon der Familie und des Lebens“ vor. Hier wird die Überbevölkerung als Mythos abgetan. Denn es gäbe nicht zu viel Menschen, sondern nur zu wenig Nahrung, so daß man doch eigentlich nur mehr Lebensmittel produzieren müsse. Bei so viel Genialität wird dann auch noch festgestellt, daß die Weltbevölkerung gar nicht explodiere. Denn die Uno geht nicht mehr davon aus, daß 2050 11 Milliarden Menschen die Erde bevölkern werden, sondern nur noch 9,2 Milliarden. Unterschlagen wird damit, daß in den letzten hundert Jahren die Menschenzahl auf Erden sehr wohl explosionsartig von zwei auf sechs Milliarden Menschen anstieg und jährlich um weitere 80 Millionen zunimmt. Dabei geht dann auch unter, daß Menschen Wasser brauchen, das schon heute Mangelware ist und Kriege um Wasser befördert. Und der Abfall, den mehr Menschen verursachen, wird vom Vatikan mit seinem Geburtenplädoyer ebenfalls unter den Teppich gekehrt, obwohl dort schon lange kein Platz mehr ist. Kurz: Auf seiten der katholischen Kirche wird faktisch bestritten, daß die Erde eine kleine Kugel mit begrenztem Lebensraum ist, der kein grenzenloses Wachstum zuläßt. Zwischen Naturgesetzen und Glaubensinhalten wird nicht sauber getrennt, vielmehr sollen sich die ersteren nach den letzteren richten. Wer das glaubt, wird vielleicht selig.

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