Reich und frei oder Einheitsbrei

Seit fast 40 Jahren bestehen deutliche Abstände zwischen den Durchschnittseinkommen in Europa und den USA. Aktuell beträgt das jährliche Pro-Kopf-Einkommen der EU-Bürger 24.400 Euro, das der US-Amerikaner 34.000 Euro. Als Hauptgrund wird der höhere Arbeitseinsatz angesehen. Die Europäer weisen eine jährliche Arbeitszeit von 1.600, die Amerikaner von 1.900 Stunden auf. Die Erwerbsquote, der Anteil der arbeitenden an der Gesamtbevölkerung, erreicht in Amerika 80, in Europa nur 67 Prozent. Demzufolge ist das Wirtschaftswachstum in den USA größer als in der EU, nachdem die allgemeine Rezession dort schwächer war und schneller überwunden wurde als hier. Einkommen ist nicht alleinseligmachend. Zu den Bestrebungen des menschlichen Daseins können auch selbst gewählte materielle Beschränkung und die Hochschätzung ideeller Werte wie uneigennütziges Sozialempfinden oder eigenbrötlerische Enthaltsamkeit zählen. Aber gerade in den USA sind solche Lebensformen eher gesellschaftlich akzeptiert als in Europa. Natürlich schlägt sich das leistungsorientierte Wirtschaftssystem der Amerikaner auch in einer breiteren Einkommensverteilung nieder. Etwa zwölf Prozent der Bevölkerung gilt als arm, weil das Einkommen des Alleinstehenden unter 9.200 Dollar liegt. In Deutschland werden neun Prozent der Bevölkerung als arm eingestuft, da das Jahreseinkommen des Einzelnen unter 6.200 Euro liegt. So schlecht sind also die amerikanischen Zahlen nicht. Fest steht jedenfalls, daß die größere ökonomische Freiheit zu höherem Einkommen führt als staatlich erzwungener Einkommensausgleich. Und die freiwillige Spendenbereitschaft ist in den USA wesentlich ausgeprägter als im alten Europa.

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