WIESBADEN. Das hessische Wirtschaftsministerium hat eine Untersuchung gegen den Staatssekretär (SPD) eingeleitet. Eine Mitarbeiterin erhob Vorwürfe sexueller Belästigung gegen den Politiker, berichtete der Hessische Rundfunk (HR) am Freitag.
Zum Vorfall soll es Mitte Februar während einer internen Fastnachtsfeier gekommen sein. Die Beschwerdeführerin wirft Sönmez vor, sie zunächst im Saal zum Tanzen gedrängt und dabei „unangemessen eng“ mit ihr getanzt zu haben. Anschließend soll Sönmez sie im Saal wiederholt angefasst und begrabscht haben. Dem HR zufolge habe sich die Mitarbeiterin nach dem Vorfall offiziell beschwert und sei länger krank ausgefallen.
Die FDP-Fraktionschefin im Landtag, Wiebke Knell, kritisierte den mutmaßlichen Belästigungsfall. Das Ministerium mache „erneut nicht durch wirtschaftspolitische Aktivität Schlagzeilen, sondern ein weiteres Mal wegen des Umgangs mit Beschäftigten“, sagte sie. „Es darf nicht sein, dass sich Frauen an ihrem Arbeitsplatz, gerade in einer staatlichen Institution, und bei Veranstaltungen ihres Arbeitgebers nicht sicher fühlen“.
SPD-Mann Sönmez muss sich auch anderen Vorwürfen stellen
Mansoori und Sönmez gelten als enge Vertraute und waren während ihres Studiums bei den Gießener Jusos aktiv gewesen. Letzterer hatte unter anderem die Juso-Hochschulgruppe an der Justus-Liebig-Universität bis 2007 im Allgemeinen Studentenausschuss (Asta) vertreten. Allerdings ließ er damals seine politische Arbeit nach einem Bericht der Frankfurter Rundschau ruhen, in dem ihm Gewalt vorgeworfen wurde. Konkret soll der SPD-Politiker gegenüber einer Asta-Referentin und einem weiteren Parteigenossen in einem Beziehungsstreit handgreiflich geworden sein.

Sönmez ist als Staatssekretär im hessischen Wirtschaftsministerium unter anderem für Personalangelegenheiten zuständig. Seit Monaten steht das Ressort auch im Mittelpunkt einer weiteren Affäre um die parteilose Ex-Staatsekretärin Lamia Messari-Becker. Die Bauprofessorin war im Juli 2024 nach sechs Monaten im Dienst wegen eines „nicht hinnehmbaren Verhaltens“ entlassen worden. Bis heute wehrt sich Messari-Becker gegen die Vorwürfe juristisch und beklagte „SPD-Seilschaften“ im Ressort. (kuk)



