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Polizeiliche Kriminalstatistik 2025: Rasanter Anstieg von Sexualdelikten in Nordrhein-Westfalen – und wer dafür verantwortlich ist

Polizeiliche Kriminalstatistik 2025: Rasanter Anstieg von Sexualdelikten in Nordrhein-Westfalen – und wer dafür verantwortlich ist

Polizeiliche Kriminalstatistik 2025: Rasanter Anstieg von Sexualdelikten in Nordrhein-Westfalen – und wer dafür verantwortlich ist

Herbert Reul, Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen (CDU), spricht bei einer Pressekonferenz polizeilichen Kriminalstatistik 2025.
Herbert Reul, Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen (CDU), spricht bei einer Pressekonferenz polizeilichen Kriminalstatistik 2025.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik: Zufriedenheit mit leicht gesunkenen Zahlen gezeigt. Foto: picture alliance/dpa | Henning Kaiser
Polizeiliche Kriminalstatistik 2025
 

Rasanter Anstieg von Sexualdelikten in Nordrhein-Westfalen – und wer dafür verantwortlich ist

Nordrhein-Westfalens Innenminister Reul stellt die neue Kriminalstatistik für 2025 vor – und lobt die eigene Arbeit wegen leicht sinkender Gesamtzahlen. Doch einige Deliktarten explodieren geradezu.
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DÜSSELDORF. In Nordrhein-Westfalen ist es 2025 zu 32.144 Sexualdelikten gekommen. Verglichen mit 2024, als es 30.567 Sexualstraftaten gab, erhöhte sich die Fallzahl damit um 5,2 Prozent, wie aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) hervorgeht, die das Landesinnenministerium am Montag veröffentlichte. Der Anteil von nichtdeutschen Tatverdächtigen bei Sexualdelikt lag im vergangenen Jahr bei 27,3 Prozent. In Nordrhein-Westfalen sind 15,8 Prozent der Einwohner Ausländer, Migrationshintergründe werden in der PKS nicht erfaßt.

Im längerfristigen Vergleich ist der Anstieg von Sexualdelikten im einwohnerstärksten Bundesland noch deutlicher. So kam es 2016 noch zu 10.376 Sexualstraftaten – diese Delikte haben sich also innerhalb von neun Jahren verdreifacht (plus 209,8 Prozent).

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Sexualdelikte in Nordrhein-Westfalen seit 2016.
Die Entwicklung der Sexualdelikte in Nordrhein-Westfalen seit 2016: Enormer Anstieg verzeichnet. Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik Grafik: JF

Auch Mord und Totschlag haben in Nordrhein-Westfalen zuletzt leicht zugenommen. Waren es 2024 noch 479 Delikte, registrierten die Behörden im vergangenen Jahr 508 Fälle, was einem Plus von 6,1 Prozent entspricht. Während Mord 2025 im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig war (minus 3,9 Prozent), stieg die Zahl der Totschläge um zwölf Prozent. Jeder zweite Tatverdächtige bei Tötungsdelikten (49,9 Prozent) war Ausländer.

Die Grafik zeigt den Ausländeranteil bei den Tatverdächtigen von Mord und Totschlag in Nordrhein-Westfalen.
Verteilung der Tatverdächtigen bei Mord und Totschlag in Nordrhein-Westfalen nach Deutschen und Ausländern: Letztere massiv überrepräsentiert. Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik Grafik: JF

Gewaltkriminalität insgesamt hat dagegen im selben Zeitraum leicht abgenommen. Im vergangenen Jahr kam es in Nordrhein-Westfalen zu 53.955 Gewaltdelikten, 2024 waren es noch 55.613 Delikte – ein Minus von drei Prozent. Ausländer stellten im vergangenen Jahr 41,6 Prozent der Tatverdächtigen und 35,2 Prozent der Opfer von Gewalttaten.

Insgesamt 7.189 Mal kam es in Nordrhein-Westfalen 2025 zu Straftaten, bei denen ein Messer als Tatmittel eingesetzt wurde. Gegenüber den 7.295 Fällen 2024 ist das ein leichter Rückgang von 1,5 Prozent. Verglichen mit den 5.780 Messerdelikten im Jahr 2019, hat sich die Zahl dieser Straftaten jedoch um 24,4 Prozent erhöht.

Jugendkriminalität – also Straftaten, bei denen mindestens ein Tatverdächtiger unter 21 Jahre alt ist – ist 2025 mit 128.532 Fällen im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 Prozent deutlich gesunken. Der Ausländeranteil in diesem Phänomenbereich lag zuletzt bei 35,6 Prozent.

Ausländeranteil bei Eigentumsdelikten ist enorm hoch

Bei Wohnungseinbrüchen hingegen bestätigt sich ein positiver Trend. Hier gab es in Nordrhein-Westfalen 2025 insgesamt 27.540 Fälle, was im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang von 3,3 Prozent entspricht. Verglichen mit 2016, als es 52.578 Wohnungseinbrüche mit Diebstahl gab, haben sich diese Straftaten fast halbiert (minus 47,7 Prozent). Der Ausländeranteil in diesem Kriminalitätsbereich lag 2025 bei 50,8 Prozent.

Auch Taschendiebstahl kam zuletzt seltener vor. Waren es 2024 noch 39.757 Delikte, reduzierte sich das um 11,1 Prozent auf 35.337 Fälle im Jahr 2025. Mehr als drei von vier Tatverdächtigen (77,9 Prozent) waren Ausländer.

Die Grafik zeigt die Verteilung von Deutschen und Ausländern bei Tatverdächtigen von Taschendiebstahl in Nordrhein-Westfalen.
Taschendiebstahl in Nordrhein-Westfalen, aufgeschlüsselt nach Deutschen und Ausländern: Fast vor von fünf Tatverdächtigen sind Ausländer. Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik Grafik: JF

Insgesamt nahm die Kriminalität in Nordrhein-Westfalen um drei Prozent ab. 2024 wurden insgesamt 1,39 Millionen Fälle erfaßt, im vergangenen Jahr waren es 1,35 Millionen.

„Jede Woche stirbt in Nordrhein-Westfalen ein Mensch durch Messerkriminalität“

Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) zeigte sich mit Blick auf diese Zahlen zufrieden und sprach von einer „guten Nachricht“. In einem Bundesland mit mehr als 18 Millionen Einwohnern und bundesweit den meisten Großstädten „wird es immer Kriminalität geben“. Jedoch stehe sein Bundesland „im Vergleich zu 2016 deutlich besser da“. Das sei „kein Zufall, sondern das Ergebnis klarer Entscheidungen und harter Arbeit“.

Der innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag, Markus Wagner, widersprach dieser Darstellung entschieden. Die Pressemitteilung des Innenministeriums mache „stutzig“. Der Rückgang der Kriminalität sei auch durch dir Entkriminalisierung von Cannabis entstanden, während Sexualdelikte seit Jahren deutlich zunehmen. „Jede Woche stirbt in Nordrhein-Westfalen ein Mensch durch Messerkriminalität“, monierte Wagner. Diese Straftaten, genauso wie Sexualdelikte stünden „nachweislich in starker Korrelation zu weiterhin offenen Grenzen sowie ausbleibenden Rückführungen ausländischer Straftäter“. (st)

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik: Zufriedenheit mit leicht gesunkenen Zahlen gezeigt. Foto: picture alliance/dpa | Henning Kaiser
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