MAINZ. Büßt die CDU den lange Zeit sicher geglaubten Wahlsieg in Rheinland-Pfalz doch noch ein? Während sie in der aktuellen Infratest-dimap-Umfrage (28 Prozent) einen Punkt im Vergleich zum Januar verliert und auf den tiefsten Stand bei diesem Institut seit September 2022 fällt, legt die SPD einen Punkt auf 27 Prozent zu.
Etwas mehr als drei Wochen vor der Wahl scheint beim Unterschied von nur einem Prozentpunkt nun wieder ungewiß, ob die CDU der SPD nach 35 Jahren tatsächlich das Ministerpräsidentenamt abjagen kann. Der sozialdemokratische Amtsinhaber Alexander Schweizer schnuppert Morgenluft, während der Partei von CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder auf den letzten Metern die Luft auszugehen scheint. Im Oktober hatte die Union noch sechs Punkte vor den Sozialdemokraten gelegen.
Sonntagsfrage zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz • Infratest dimap / SWR: CDU 28 % | SPD 27 % | AfD 19 % | GRÜNE 9 % | FREIE WÄHLER 5 % | DIE LINKE 5 % | Sonstige 7 %
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Der AfD wird in der Umfrage im Auftrag des SWR ein Rekordergebnis von 19 Prozent vorausgesagt – das wären knapp elf Punkte mehr als vor fünf Jahren (8,3 Prozent) und ein Punkt mehr als im Januar. Die SPD würde trotz der Aufholjagd dramatisch verlieren. 2021 hatte sie 35,7 Prozent erzielt.
In Rheinland-Pfalz läuft alles auf eine Koalition hinaus
Die CDU dagegen würde ihr altes Ergebnis (27,7 Prozent) in etwa halten und könnte nicht von der Unzufriedenheit mit der Ampel-Koalition profitieren. Das ist auch insofern bemerkenswert, als daß die stärkste Oppositionskraft vor fünf Jahren das mit Abstand schlechteste Resultat seit der ersten Landtagswahl 1947 – also seit knapp 80 Jahren – verkraften mußte.
Daß die Ampel in Rheinland-Pfalz abgewählt wird, scheint mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgemachte Sache. Die Grünen liegen nur noch bei neun Prozent (ein Punkt weniger als im Januar und etwa bei ihrem 9,3 Prozent-Ergebnis von 2021). Die FDP (2021: 5,5 Prozent) ist nicht mehr meßbar und wird von Infratest dimap unter den sieben Prozent Sonstigen geführt – genau wie das BSW.

Auch die Linke muß plötzlich um den lange sicher geglaubten erstmaligen Einzug in den rheinland-pfälzischen Landtag zittern. Sie liegt genauso bei fünf Prozent wie die Freien Wähler. Rechnerisch sind nach dieser Umfrage nur ein CDU-SPD- oder ein CDU-AfD-Bündnis möglich. Da die Union letzteres absolut ausgeschlossen hat, wird es auf eine Große Koalition hinauslaufen. Unklar ist nur, welche der beiden Parteien sie anführt. (fh)





