MAINZ. Die Moderatorin des ZDF-„Heute Journals“, Marietta Slomka, hat in einem Interview schwere Vorwürfe gegen die AfD erhoben. Zwar würden auch „nicht populistische Politiker Unwahrheiten“ verbreiten „oder versuchen zu beschönigen“, sagte sie der Zeit. Die AfD jedoch mache „die Lüge zur Normalität, zu einer durchlaufenden rhetorischen Figur“.
Weiter führte Slomka aus, „mit „Populisten und Autoritären“ zu sprechen, sei, wie mit einer Taube Schach zu spielen: „Erst schmeißt sie die Figuren um – und dann kackt sie noch aufs Feld.“ Die Populisten würden Gespräche bewußt eskalieren, indem sie „quasi im Sekundentakt mit krassen Behauptungen und Anwürfen“ auf ihr Gegenüber einstürmten, die in der Kürze der Zeit kaum richtiggestellt werden könnten. Zudem würden die „Populisten“ den Gesprächspartner „dann noch dafür attackieren“, daß er überhaupt Fragen stelle.
Slomka verteidigt „nicht populistische Politiker“
Den Einwand der Zeit, auch Politiker anderer Parteien als der AfD sagten gelegentlich die Unwahrheit, bejahte Slomka, schränkte jedoch ein: „Aber es ist ihnen unangenehm, wenn sie dabei erwischt werden, und das hat für sie gegebenenfalls auch unangenehme Folgen.“ Die nicht populistischen Politiker wollen der ZDF-Moderatorin zufolge „von einem breiten Publikum respektiert werden, sie wollen erklären, warum sie Dinge so sehen oder entscheiden, warum sie glauben, die bessere Lösung zu haben, und jeder hat dann auch noch seine eigene Statistik, die das belegt“.
Mit Blick auf die fünf Landtagswahlen in diesem Jahr und mögliche Interviews mit AfD-Politikern im „Heute Journal“ äußerte Slomka Zweifel, ob diese Gespräche „gerade in aufgeheizten Wahlkampfzeiten“ einen Erkenntnisgewinn liefern würden: „Siehe Taubenschach.“






