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„Auf diese Leute können wir verzichten“: Lauterbach löscht seine Auswanderer-Häme und erklärt sich für missverstanden

„Auf diese Leute können wir verzichten“: Lauterbach löscht seine Auswanderer-Häme und erklärt sich für missverstanden

„Auf diese Leute können wir verzichten“: Lauterbach löscht seine Auswanderer-Häme und erklärt sich für missverstanden

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach (SPD) schaut verkniffen und presst seine Hände um eine Herrentasche
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach (SPD) schaut verkniffen und presst seine Hände um eine Herrentasche
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach (SPD) löscht nach Gegenwind seinen Tweet. Foto: picture alliance / dts-Agentur | –
„Auf diese Leute können wir verzichten“
 

Lauterbach löscht seine Auswanderer-Häme und erklärt sich für missverstanden

Zuerst spottet Lauterbach über Auswanderer – dann löscht er nach scharfer Kritik seinen Post. Er sei missverstanden worden. Politiker und Unternehmer werfen währenddessen ihm Realitätsverlust und Überheblichkeit vor.
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BERLIN. Der SPD-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat seinen Post, in dem er Auswanderer verspottete (JF berichtete), nach scharfer Kritik von Politikern und Unternehmern gelöscht. Lauterbach hatte auf X  geschrieben, dass junge Personen lediglich aufgrund des „permanenten Schlechtredens“ der Situation auswandern würden und sich über die Rentenbeiträge lustig gemacht. „Auf diese Leute können wir verzichten“, schrieb der SPD-Politiker.

Gegenüber der Bild rechtfertigte sich der Sozialdemokrat anschließend: „Ich wurde missverstanden. Als Gastprofessor der Harvard Universität weiß ich natürlich, dass auch junge Leute mit sehr guter Qualifikation Deutschland verlassen oder nicht zurückkommen.“ Es gehe dabei allerdings „fast nie um den Beitragssatz der Rente“.

Auch der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Steffen Kampeter, äußerte Kritik an Lauterbach. „Lauterbach hat Unrecht. Wer leistet, will auch davon etwas haben. Im internationalen Vergleich der OECD sind wir Vizeweltmeister, allerdings beim Abkassieren von Steuern und Abgaben.“ Dass sich junge Talente dann ins Ausland absetzten, sei nachvollziehbar.

Alsleben nennt Post „unsäglich“

FDP-Chef Wolfgang Kubicki hatte ihm zuvor vorgeworfen, „oft genug bewiesen“ zu haben, dass „ihm jedwede Eignung für ein politisches Amt“ fehle. „Bemerkenswert ist jedoch, dass man in der SPD inzwischen offenbar ohne Konsequenzen die Bevölkerung beschimpfen kann“, schrieb der Politiker auf X. Lauterbach sei immerhin Vorsitzender eines Ausschusses im Bundestag. „Untragbar – es sei denn, man ist in der SPD.“

Der Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, Thorsten Alsleben, nannte den Post „unsäglich“. Die Löschung durch Lauterbach kommentierte er mit den Worten: „Hat er Druck aus der SPD bekommen, weil er als Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Forschung und Technologie der letzte sein sollte, der deutschen Spitzenkräften, die auswandern, hinterhertritt?“

Polizeigewerkschafter rügt Lauterbach

Lauterbachs Ursprungspost war als Reaktion auf einen Text Alslebens veröffentlicht worden. Alsleben hatte zuvor über seinen engeren Freundeskreis berichtet, in dem immer mehr Paare über das Auswandern nachdenken. „Alle fünf Familien haben kleine Kinder, alle sind unternehmerisch tätig, alle verdienen sehr viel Geld. Drei nach Mallorca, zwei nach Portugal. Es ist Wahnsinn. Am Ende wird Deutschland zum Land der Beamten, Rentner und Grundsicherungsempfänger“, schrieb der Unternehmer.

Auch der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft im DBB, Manuel Ostermann, rügte Lauterbach. Dessen Post sei „die Definition von Politikverdrossenheit“. Die ehemalige FDP-Bundestagsabgeordnete Linda Teuteberg konterte gegen den SPDler, das „permanente Schönreden der Lage“ sabotiere hingegen notwendige Reformen. Der Vorteil der Demokratie gegenüber Systemen wie der DDR sei „ihre Lern- und Korrekturfähigkeit“.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Sepp Müller, kommentierte: „Mit Verlaub, Herr Kollege, lassen Sie zukünftig das Twittern. Es schadet.“ Der AfD-Bundestagsabgeordnete Pierre Lamely warf Lauterbach vor, „seine eigenen Landsleute, die angesichts der Lage in Deutschland ihre Koffer gepackt haben“, ins Lächerliche zu ziehen. Es sei nicht das „permanente Schlechtreden“, sondern das „permanente Schlechtregieren“, das dem Land am stärksten schade.

(lb)

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach (SPD) löscht nach Gegenwind seinen Tweet. Foto: picture alliance / dts-Agentur | –
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