BERLIN. Zum ersten Mal können sich mehr Wähler vorstellen, die AfD als die Union zu wählen. Insgesamt liegt das maximale Wählerpotential der Partei von Alice Weidel und Tino Chrupalla bei 35 Prozent, teilte das Meinungsforschungsinstitut Insa am Dienstag mit. Dagegen erreichen die CDU und CSU ebenso wie die SPD ein Wählerpotential in Höhe von jeweils 33 Prozent.
Weitere 28,5 Prozent schließen eine Wahl der Grünen nicht aus. Die Linkspartei könnte höchstens auf 22,5 Prozent kommen. Die FDP erreicht ein Wählerpotential von 16,5 Prozent, das BSW eines von 15,5 Prozent.

Relative Mehrheit möchte Paragraph 188 des Strafgesetzbuchs abschaffen
Während sich bei einer Forsa-Erhebung für RTL und den Stern mit 58 Prozent eine absolute Mehrheit der Deutschen dafür aussprach, dass Paragraph 188 des Strafgesetzbuchs erhalten bleibt (JF berichtete), kommt Insa zu einem anderen Ergebnis.
Der Paragraph stellt Beleidigung, üble Nachrede und Verleumdung gegen Personen des politischen Lebens verschärft unter Strafe, wenn die Tat geeignet ist, deren öffentliches Wirken erheblich zu erschweren.
Laut dem Institut sind 43 Prozent der Bürger dafür, dass dieser Paragraph abgeschafft wird. Hingegen sind 32 Prozent der Meinung, dass er bestehen bleiben soll. Vor allem FDP-Wähler sind mit 67 Prozent am stärksten für die Abschaffung, gefolgt von den Anhängern der AfD mit 64 Prozent. Am seltensten wollen Unionswähler, dass das Gesetz gestrichen wird. Gleichzeitig sind sie mit 55 Prozent am stärksten dafür, dass es erhalten bleibt.

AfD hat am meisten Wähler gewonnen
37 Prozent der Wähler gaben in der Vergangenheit mindestens einmal ihre Stimme der Union. Die SPD wurde bisher von 36 Prozent der Deutschen gewählt, die Grünen von 23 Prozent, die AfD von 20 Prozent und die FDP sowie die Linkspartei von jeweils 14 Prozent.

Während 47 Prozent der Deutschen der Meinung sind, dass die Fünf-Prozent-Hürde weder bei der Bundestags- noch bei Landtagswahlen abgeschafft werden sollte, sprechen sich sieben Prozent dafür aus, dass sie auf Bundesebene entfällt. Zehn Prozent finden, dass es sie auf Landesebene nicht mehr geben soll. Dass sie bei der Bundestagswahl und bei Landtagswahlen abgeschafft wird, wollen 18 Prozent.
Vor allem BSW-Wähler sind mit 32 Prozent dafür, dass die Grenze auf beiden Ebenen entfällt. Nur 35 Prozent wollen, dass sie bestehen bleibt. Gegen die Abschaffung sind mit 61 Prozent die Wähler der Grünen, zudem sind sie mit nur 15 Prozent am seltensten gegen den Erhalt auf Bundes- und Landesebene. (mas)
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