BERLIN. Die AfD-Parteispitze hat das gegen Kevin Dorow eingeleitete Parteiausschlussverfahren zurückgezogen. Dafür musste der Jungpolitiker zuvor alle Parteiämter niederlegen. Darunter seine Funktionen im Vorstand der Jugendorganisation „Generation Deutschland“ (GD) sowie als Beisitzer im Landesvorstand Schleswig-Holstein.
Das hatte der Bundesvorstand beschlossen. Zudem darf er für zwei Jahre kein Parteiamt mehr ausüben. Am Dienstagvormittag erklärte Dorow in einer E-Mail an den Bundesvorstand seinen Rücktritt „von sämtlichen Parteiämtern in AfD und GD“.
Gegenüber Medien begrüßte er die Entscheidung, das Verfahren zu beenden. „Um diesen Kompromiss zu ermöglichen, die aktuelle Personaldiskussion zu befrieden und den Fokus wieder auf die politische Sacharbeit zu richten, bin ich von allen Ämtern in Partei und Jugendorganisation zurückgetreten“, sagte er. Kritik kam aus der Parteijugend.
AfD-Jungpolitiker kommt um Ausschluss herum
Der Vorsitzende der „Generation Deutschland“, Jean-Pascal Hohm, erklärte, er hätte sich eine vollständige Rücknahme der Parteimaßnahme gewünscht. Der gefundene Kompromiss zeige jedoch, dass beide Seiten zu einer Verständigung bereit seien.
Auslöser des Verfahrens war eine Rede Dorows Ende 2025, in der er das Motto „Jugend muss durch Jugend geführt werden“ zitierte (die JF berichtete). Die Formulierung wurde unter anderem auch von der Hitlerjugend verwendet, geht aber auf Jugendbewegenungen der aus dem Ufeld des Wandervogels zurück. Dorow hatte die Vorwürfe gegenüber der JF zurückgeweisen. Ende Februar leitete der Bundesvorstand ein Parteiausschlussverfahren ein, das zunächst gestoppt und nun vollständig zurückgezogen wurde. (rr)






