BERLIN/TRIER. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat am Sonntag die Eltern des von dem Afghanen Sajad M. erstochenen Marius Dick angerufen. Das Gespräch sei „sehr emotional“ gewesen, sagte Marius‘ Vater Thomas Dick der Bild-Zeitung. „Gestern Abend klingelte das Telefon. Als ich abhob, war der Bundeskanzler am Apparat. Ich war überrascht, doch auch sehr dankbar.“ Was genau der Kanzler gesagt habe, wollte Dick nicht erzählen, sagte aber, das Gespräch habe etwa zehn Minuten gedauert und Merz habe seiner Familie und ihm „Unterstützung angeboten“.
Auch der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Gordon Schnieder (CDU), und der Vorsitzende der Mainzer Staatskanzlei, Marcus Klein (ebenfalls CDU), meldeten sich bei den trauernden Eltern. Wie der Vater des Erstochenen schilderte, ging es dabei vor allem um Opferbetreuung. „Man bot uns psychologische Betreuung an und falls wir Hilfe benötigen würden, würde man umgehend jemanden vorbeischicken.“
Asylantrag des Afghanen wurde 2017 abgelehnt
Die Mutter des Opfers, Elke Dick, sei nach der Tötung ihres 22jährigen Sohnes wegen ihres ehrenamtlichen CDU-Engagements im Internet und per E-Mail angefeindet worden. Der Vater des Erstochenen sagte dazu der Bild-Zeitung, seiner Familie sei auch zugesichert worden, „dass wir uns in diesem Fall jederzeit melden könnten, und die zuständigen Stellen würden dies dann entsprechend weiterleiten und sich des Anliegens annehmen“.
Außerdem soll Marius‘ Ermordung am Montag auf der Tagesordnung des Bundestags stehen. Der Vater des Getöteten betonte, das mache ihn „besonders froh“, weil sich „endlich etwas ändern“ müsse. „So kann es in Deutschland nicht mehr weitergehen.“
Der tatverdächtige Afghane ist inzwischen in einer forensischen Psychiatrie untergebracht, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Totschlags. Er soll am 16. Juli in Trier den deutschen Studenten Marius Dick mit einem Messer erstochen haben (JF berichtete). Der 22jährige war als Zwölfjähriger nach Deutschland gekommen, sein Asylantrag wurde 2017 abgelehnt, allerdings verfügten die Behörden ein Abschiebungsverbot. (st)






