GIEßEN. Die Polizei hat über die Großdemonstrationen gegen den Gründungskongreß (Lesen Sie hier den Live-Ticker) der AfD-Jugend Bilanz gezogen. Demnach wurden am Samstag mindestens zehn Einsatzkräfte verletzt worden. Mehrfach seien Beamtinnen und Beamte im Verlauf des Tages mit Steinen, Flaschen und pyrotechnischen Gegenständen angegriffen worden, teilte die Polizei mit. Ob auch Demonstranten verletzt wurden, blieb zunächst unklar – gesicherte Erkenntnisse dazu lagen der Polizei bis zum Abend nicht vor.
Bereits am Vortag hatte die Polizei mitgeteilt, daß unter anderem der AfD-Politiker Julian Schmidt angegriffen und dabei verletzt worden war. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen. Auch Journalisten der JUNGEN FREIHEIT wurden attackiert ‒ ebenso wie Reporter des Magazins Tichys Einblick (TE). Dabei war unter anderem gegen eine Kamera des TE-Teams geschlagen worden.
Keine Ahnung wer das ist, aber er hat gestrauchelten AfD-Politiker Julian Schmidt aus der Bredouille geholfen. Guter Mann! #gi2911 #Gießen #Giessen pic.twitter.com/mUzTwmkkOs
— Isebrand (@Tedmarsgoi2) November 29, 2025
Die Proteste mit insgesamt rund 25.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern hatten am Samstag morgen begonnen und sich bis in den späten Nachmittag hingezogen. Neben mehreren angemeldeten Kundgebungen gab es auch nicht angezeigte Aktionen, darunter frühe Blockaden von Straßen, Bundesstraßen und Autobahnen rund um die Stadt.
Polizei registriert zahlreiche Sachbeschädigungen
Bereits gegen 6.30 Uhr kam es zu den ersten Blockadeaktionen im Umland. Wenig später, gegen 8.00 Uhr, lösten sich rund 500 Personen aus zwei angemeldeten Demonstrationen in der Innenstadt und blockierten die Konrad-Adenauer-Brücke. An mehreren Einsatzorten kam es zu massiven Angriffen auf Polizisten, die sich mit Pfefferspray und Schlagstöcken zur Wehr setzten.
Gegen 8.30 Uhr blockierten etwa 2.000 Menschen die Bundesstraße 49. Nachdem demonstrierende Personen den mehrfachen Aufforderungen der Polizei, die Fahrbahn zu räumen, nicht nachkamen, setzte die Polizei Wasserwerfer ein, um die Straße wieder freizumachen.
Zusätzlich registrierte die Polizei mehrere Fälle von Sachbeschädigung: Im Raum Lahnau-Atzbach wurden zahlreiche Fahrzeuge beschädigt. Am Nachmittag versuchten immer wieder kleinere Gruppen, teilweise unter erheblichem Krafteinsatz, Polizeiabsperrungen zu durchbrechen – vor allem am Westufer, unterhalb der Konrad-Adenauer-Brücke und an der Schlachthofstraße. Auch hier setzte die Polizei erneut unmittelbaren Zwang ein und machte abermals von Wasserwerfern Gebrauch, um das Vordringen Richtung Messehalle zu verhindern.
Einsatzleitung zieht positives Fazit zu Gießen
In den frühen Abendstunden hatte die Polizei eine deutliche Abwanderung der Demonstranten beobachten können. Die Beamten waren nach eigenen Angaben mit Kräften aus Hessen und weiteren Bundesländern im Einsatz; insgesamt erreichte die Zahl der eingesetzten Polizisten einen mittleren bis oberen vierstelligen Wert.
Die Einsatzleitung zog trotz der Vielzahl an Angriffen und Verletzten eine grundsätzlich positive Zwischenbilanz. Das Sicherheitskonzept sei aufgegangen, hieß es. (lb)





