LEIPZIG/CHEMNITZ. Der Rechtsextremist Sven Liebich, der sich offiziell als „Marla-Svenja“ in das Personenstandsregister eingetragen hatte (JF berichtete), hat den Haftantritt im Frauengefängnis Chemnitz verweigert. Der 53jährige war im Juli 2023 wegen Volksverhetzung, Beleidigung und übler Nachrede zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten ohne Bewährung verurteilt worden.
Am Freitag hätte er seine Strafe antreten sollen. Statt dessen wurde vor der Justizvollzugsanstalt Chemnitz eine Tonaufnahme abgespielt, in der Liebich erklärte, er sei „unpäßlich“ und habe das Land verlassen. „Heute bin ich nicht mehr hier, sondern in Sicherheit, in einem Drittland“, hieß es in der Nachricht, die auf einem ihm zugerechneten Telegram-Kanal veröffentlicht wurde.
Botschaft von Marla Svenja Liebich:
„Ich habe das Land verlassen“@MarlaSvenjaL pic.twitter.com/75Lt7yLZed— Eddie Graf (@Eddie_1412) August 29, 2025
Ist Liebich in Moskau?
Parallel lud Liebich auf X eine Illustration hoch, die ihn in Frauenkleidung vor der Basilius-Kathedrale in Moskau zeigt. Auf dem Bild standen die Worte „Liebesgrüße aus Moskau“ und „James Bond“. In einem weiteren Beitrag schrieb er, es werde nun ein „internationaler Haftbefehl“ folgen.
✨🎩 Das Kunststück eines Zaubertricks: Alle Augen werden auf die Kulisse gelenkt, während das Objekt im Schatten verschwindet. 🕶️🎭 Niemand wusste von meinem Entschluss – kein Anwalt, keine Familie.
Was folgt? Ein internationaler Haftbefehl ✈️👮 – nur wegen Worten, wegen… pic.twitter.com/BgP0kFIkmM
— Marla Svenja Liebich (@MarlaSvenjaL) August 29, 2025
Die Staatsanwaltschaft Halle bestätigte, daß Liebich bis 18 Uhr zum Haftantritt geladen gewesen sei. „Sie hat sich nicht gestellt“, erklärte Staatsanwalt Dennis Cernota. Gegen Liebich liege nun ein Vollstreckungshaftbefehl vor; es werde nach ihm gefahndet. (rr)