Das Statistische Bundesamt rechnet mit deutlich mehr Rentnern in den nächsten Jahren (Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner
Das Statistische Bundesamt rechnet mit deutlich mehr Rentnern in den nächsten Jahren (Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner

Demographie
 

Statistikamt erwartet ein Fünftel mehr Rentner

WIESBADEN. Das Statistische Bundesamt (StBA) rechnet in den kommenden Jahren mit einem deutlichen Anstieg der Anzahl an Rentnern in Deutschland. Bis 2035 soll sich die Zahl der über 67jährigen um vier Millionen von 16 auf 20 Millionen erhöhen – also um 22 Prozent. Die demographischen Berechnungen beziehen erstmals auch Veränderungen mit ein, die sich durch die Corona-Pandemie ergeben haben. Zu diesen zählt unter anderem ein verringerter Wanderungssaldo – also die Verrechnung von Ein- und Auswanderung.

Trotz des weiterhin positiven deutschen Wanderungssaldos von zuletzt 220.000 Menschen wird sich das Verhältnis von Rentenempfängern und Erwerbstätigen laut StBA weiterhin in Richtung der Rentenbezieher verschieben. „Der erwartete Rückgang der Bevölkerung im Erwerbsalter ist darauf zurückzuführen, daß die großen Baby-Boom-Jahrgänge in den 2020er-Jahren aus dem Erwerbsalter ausscheiden und viel schwächer besetzte jüngere Jahrgänge aufrücken werden“, teilte die zuständige Referentin am Donnerstag mit.

Einwanderung nach Deutschland soll Rentenfrage lösen

Um den Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung aufzufangen, empfahl das StBA ausdrücklich eine erhöhte Einwanderung nach Deutschland: „Um die Abnahme der erwerbsfähigen Bevölkerung bis 2035 zu kompensieren, bedürfte es unter Berücksichtigung des steigenden Renteneinstiegsalters jährlicher Wanderungsüberschüsse von durchschnittlich 480.000 Menschen im Erwerbsalter. Davon müßten 300.000 Personen zwischen 20 und 40 Jahren sein, wenn die Bevölkerungszahl in dieser Altersgruppe stabilisiert werden sollte.“

Ähnliches hatte auch die FDP Mitte September vorgeschlagen. Der Fraktionsvize der Freien Demokraten im Bundestag, Christian Dürr, erklärte, die Rente künftig durch eine verstärkte Migration in den deutschen Arbeitsmarkt finanzieren zu wollen. „Wenn wir unsere öffentlichen Finanzen stabilisieren und den Schuldenstand reduzieren wollen, braucht unser Land mindestens 500.000 Einwanderer pro Jahr“, sagte Dürr der Deutschen Presse-Agentur.

Immer wieder wird in Deutschland über die Finanzierung des Rentensystems gestritten. Die Forderungen reichen dabei von einer Abschaffung des umlagefinanzierten Rentensystems bis hin zu einer vom Erwerbsleben unabhängig ausgezahlten und gesetzlich garantierten Grundrente. (fw)

Das Statistische Bundesamt rechnet mit deutlich mehr Rentnern in den nächsten Jahren (Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner
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