Corona-Impfung: Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina fordert eine Impfpflicht für mehrere Berufsgruppen
Corona-Impfung: Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina fordert eine Impfpflicht für mehrere Berufsgruppen Foto: picture alliance/ Robert Michael/dpa

Corona-Maßnahmen
 

Leopoldina fordert Impfpflicht und Offenlegung von Impfstatus

HALLE/SAALE. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat auf schärfere Maßnahmen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie gedrängt. Die Wissenschaftler fordern eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen wie Pfleger oder Lehrer sowie die Offenlegung des Impfstatus am Arbeitsplatz, wie aus einer Stellungnahme der Leopoldina hervorgeht.

Laut der EU-Datenschutzgrundverordnung müssen Arbeitnehmer bislang keine Fragen zu ihrem Impfstatuts beantworten. Ausnahmen gelten seit einer Änderung des Infektionsschutzgesetzes für Mitarbeiter in Schulen, Krankenhäusern, Kindertageseinrichtungen, Obdachlosenunterkünfte oder Justizvollzugsanstalten. Die Wissenschaftler plädieren nun dafür, die Arbeitsschutzverordnung zu ändern. Dadurch könnten Unternehmen besser planen, wen sie wo einsetzen und so das Risiko einer Corona-Ansteckung minimieren.

Auch die 2G-Bestimmungen wollen sie ausweiten. Die Regel, wonach nur Geimpfte oder Genesene Zutritt zu Veranstaltungen oder der Gastronomie erhalten müsse „eine größere Geltungsweite“ zukommen. Der bevorstehende Winter werde eine „gesellschaftliche und medizinische Herausforderung“, begründen die Wissenschaftler ihre Forderungen.

Söder: Geimpftenstatus auf neun Monate begrenzen

Unterdessen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angeregt, den Geimpften-Status auf neun Monate zu begrenzen. Nach dieser Zeit lasse die Wirkung des Impfstoffes nach. Die Ständige Impfkommission müsse prüfen, ob die 2G-Regel aufrechterhalten werden könne, wenn alle Menschen nach neun Monaten automatisch als ungeimpft gälten.

Auch Thorsten Lehr, der Klinische Pharmazie an der Universität des Saarlandes lehrt, sieht Deutschland angesichts des derzeitigen Infektionsgeschehens „auf eine Wand zu rasen“. Um die Kontrolle über die Situation zurückzuerlangen, müßten Kontakte um mindestens 20 bis 30 Prozent reduziert werden. Außerdem werde womöglich ein neuer Lockdown nötig. (zit)

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