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Die Linkspartei will die Moltkestraße in Hamburg umbenennen (Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa | Oliver Berg
Die Linkspartei will die Moltkestraße in Hamburg umbenennen (Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa | Oliver Berg

„Glühender Befürworter des Kolonialismus“
 

Hamburger Linkspartei will Moltkestraße umbenennen

HAMBURG. Die Linksfraktion im Hamburger Bezirk Eimsbüttel hat die Umbenennung der Moltkestraße in dem Stadtteil gefordert. Das begründete die Partei damit, daß Helmuth Graf von Moltke (1800-1891) „mitverantwortlich für das Gemetzel“ der Deutschen Reichseinigungskriege zwischen 1864 und 1871 gewesen sei, berichtete die Hamburger Morgenpost. Außerdem sei er ein „glühender Befürworter des Kolonialismus“ gewesen.

Statt den Namen des preußischen Militärs solle die Straße künftig entweder nach seinem Neffen Helmut James von Moltke (1907-1945), der sich im Dritten Reich dem Widerstand gegen die Nationalsozialisten anschloß, oder der afrikanischen Sängerin Audrey Motaung (1952-2019) benannt werden. Der Co-Fraktionsvorsitzende Peter Gutzeit äußerte, daß im Fall des Namenswechsels den Anwohner die Kosten für dann notwendige Änderungen auf Visitenkarten und in Grundbucheintragungen erstattet würden.

Nach dem Willen der Linkspartei solle die Umbenennung der Moltkestraße jedoch nur ein erster Schritt sein. „Ich würde mich freuen, wenn dieser Antrag auch zu einer Diskussion über die Straßennamen des gesamten Generalsviertels führen würde, mit dem Ziel, diesen Straßen neue, demokratisch geprägte Frauennamen zu geben“, erläuterte Gutzeit.

AfD lobt Verdienste Moltkes in Reichseinigungskriegen

Der AfD-Fraktionsvorsitzende in der Hamburgischen Bürgerschaft, Alexander Wolf, sagte der JUNGEN FREIHEIT: „Moltke ist einer der Väter der deutschen Reichsgründung 1871. Als Chef des Generalstabs war er wesentlich am Erfolg Preußens in den Deutschen Einigungskriegen beteiligt. Daß die Linke jetzt eine Moltke-Straße umbenennen will, ist ein erneutes Beispiel linker Bilderstürmerei – ein Angriff auf unsere Identität.“

In Hamburg gibt es seit 2020 eine Debatte um das dortige Bismarck-Denkmal. So hatte es Stimmen gegeben, wonach der Kopf des Denkmals entfernt werden solle, um seine Wucht aufzubrechen.

Unter dem Eindruck der „Black Lives Matter“-Proteste und einer Debatte um den Kolonialismus forderte im vergangenen Jahr der Historiker Jürgen Zimmerer die Umbenennung des Robert Koch-Instituts. „Es wäre an der Zeit, sich mit dem kolonialen Erbe auseinanderzusetzen, das sich hinter der Person und dem Namen Robert Koch verbirg.“ (ag)

Die Linkspartei will die Moltkestraße in Hamburg umbenennen (Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa | Oliver Berg
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