BERLIN. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour hat seine Bewerbung für den Parteivorsitz bekanntgegeben. Die Grünen müßten weiter daran arbeiten, die „führende Kraft der linken Mitte“ zu werden, sagte er dem Deutschlandfunk.
Die Partei steht derzeit vor einer personellen Neuaufstellung. Dabei sollen auch die Posten der beiden Vorsitzenden neu vergeben werden. Als mögliche Parteichefin ist auch die Vizevorsitzende der Grünen, Ricarda Lang, im Gespräch.
Bei den Grünen herrsche Aufbruchstimmung
Die bisherigen Amtsträger, Robert Habeck und Annalena Baerbock, werden im Kabinett der neuen Bundesregierung Ministerposten übernehmen und sich daher nicht mehr zur Verfügung stellen.
Der designierte Vizekanzler und die künftige Außenministerin hätten großartige Arbeit geleistet. „Sie haben uns das beste Ergebnis der Geschichte unserer Partei gebracht“, bekräftigte Nouripour. Bei den Grünen herrschten Euphorie und Aufbruchstimmung.
Frauenquote haben zum Erfolg der Grünen beigetragen
Zu dem Erfolg habe auch die parteiinterne Frauenquote beigetragen, die bereits kopiert werde. Selbst der Kandidat für den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, denke mittlerweile über eine solche Maßnahme nach.
Ziel der Grünen sei es, weiter „oben mitzuspielen“. Den Anspruch, Volkspartei zu sein, sehe er aber kritisch. „Ich bin nicht mehr sicher, ob ich weiß, was das ist, und ob dieses Konzept im 21. Jahrhundert noch trägt.“
Nouripour: Parteiflügel haben Berechtigung
Zuletzt hatte es bei den Grünen noch Unstimmigkeiten bei der Vergabe der Ministerposten gegeben. Der linke Flügel der Partei wehrt sich gegen die Entscheidung für den „Realo“ Cem Özdemir als Landwirtschaftsminister.
Für Nouripour, der bei der Bundestagswahl das erste Direktmandat für seine Partei in Hessen geholt hatte, haben beide Parteiflügel eine „gewisse Berechtigung“. Die Streitigkeiten dürften die Arbeit der Grünen aber nicht behindern. Wichtig sei es, Lösungen für alle zu finden, ohne die eigenen Ansätze zu verwässern. (zit)