Stuttgarter Krawallnacht Fotos: Twitter-Screenshot picture alliance/Julian Rettig/dpa / JF-Montage
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Sprachnachricht während Krawallnacht

„Nur Kanaken“: Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen Beamten

STUTTGART. Polizei und Staatsanwaltschaft in Stuttgart haben Ermittlungen gegen einen Beamten aufgenommen, der die Randalierer von Stuttgart als „Kanaken“ bezeichnet hat. „Wir wissen, wer es war“, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag dem Nachrichtenportal Tag24. „Wir prüfen zusammen mit der Staatsanwaltschaft, ob ein strafrechtliches Vergehen vorliegt und entsprechend diszipliniert werden muß.“

Dem Polizisten wird vorgeworfen, während der Krawalle in der Nacht zu Sonntag in Stuttgart eine Aufnahme mutmaßlich an Kollegen geschickt zu haben, in der er davon sprach, „nur Kanaken“ würden randalieren.

Zudem warnte er andere Polizisten, nicht nach Stuttgart zu kommen. „Das ist Krieg. Wir befinden uns gerade heute Nacht im Krieg. Und ich übertreibe nicht“, sagte der Mann mit schwäbischem Akzent. Er sei richtig frustriert und fände „gar keine Worte dafür“. Es sei ein Wunder, daß noch kein Beamter getötet worden sei. „Die Führung ist richtig hilflos.“

Dies sei erst der Anfang

Er warnte auch, dies sei erst der Anfang. Zudem sprach der Beamte von einem Polizeirevier, das „angegangen“ worden sei. Dies konnte die Stuttgarter Polizei jedoch nicht bestätigen.

Die Staatsanwaltschaft teilte den Stuttgarter Nachrichten mit, die Sprachnachricht sei wahrscheinlich über den Messenger-Dienst WhatsApp verschickt worden. Es sei jedoch unklar, ob der Mann selbst sie im Internet veröffentlicht oder ob dies jemand widerrechtlich getan habe.

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Bei den Ausschreitungen in Stuttgart waren rund 20 Polizisten verletzt worden. Die Beamten nahmen 24 der bis zu 500 Randalierer fest, wovon die Hälfte eine ausländische, die andere Hälfte die deutsche Staatsbürgerschaft hat. Die Staatsanwaltschaft beantragte acht Haftbefehle.

Die Vorfälle führten auch zu einer Debatte über politische Korrektheit, da der stellvertretende Polizeipräsident Thomas Berger die mutmaßlichen Täter als Teil der „Party- und Eventszene“ bezeichnet hatte. Diese Formulierung sorgte für Kritik. Polizeigewerkschafter und einige Politiker betonten, man müsse die Täter klar benennen und sagen können, daß es überwiegend „migrantische“ Jugendliche und junge Erwachsene gewesen seien. (ls)

Stuttgarter Krawallnacht Fotos: Twitter-Screenshot picture alliance/Julian Rettig/dpa / JF-Montage

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