U-Bahnhaltestelle Mohrenstraße: Kurzerhand umbenannt Foto: picture alliance/Kay Nietfeld/dpa
U-Bahnhaltestelle Mohrenstraße: Kurzerhand umbenannt Foto: picture alliance/Kay Nietfeld/dpa
Rassismusdebatte

Grünen-Politikerin fordert Umbenennung der Mohrenstraße

BERLIN. Die Grünen-Fraktionschefin im Berliner Abgeordnetenhaus, Antje Kapek, hat dazu aufgerufen, die Mohrenstraße und den gleichnamigen U-Bahnhof umzubenennen. „Ich finde es unerträglich, wie hier der Kolonialismus in eine Wortschöpfung gegossen und schwarze Anwohner wie Besucher dem täglich ausgesetzt werden“, sagte sie der taz.

Anfang Juni hatten Unbekannte die Mohrenstraße mit einem Plakat kurzerhand in „George-Floyd-Straße“ umbenannt. Der Afroamerikaner war Ende Mai bei einer Polizeimaßnahme getötet worden. Die alternative Namensgebung habe ihr gefallen, merkte Kapek an. Aber auch andere Vorschläge seien denkbar. Etwa forderten einige schwarze Berliner, die Straße nach Anton Wilhelm Amo, dem ersten dunkelhäutigen Akademiker in Deutschland, zu benennen. Feministinnen hingegen wünschten sich eine schwarze Frau als Namensgeberin.

Mohrenstraße erinnere Schwarze an Versklavung

Der Verein „Berlin Postkolonial“ verdeutlichte, die Mohrenstraße erinnere viele Berliner mit dunkler Haut „schmerzlich an die Zeit der Versklavung und rassistischen Abwertung von Menschen afrikanischer Herkunft“, betonte ein Sprecher des Vereins gegenüber dem Internetportal „Noizz“.

Für eine Umbenennung wäre der Berliner Bezirk Mitte zuständig. Die Verwaltung der Straßen- und Grünflächen obliegt Stadträtin Sabine Weißler (Grüne). Sie hat sich bislang nicht zu der Forderung ihrer Parteikollegin geäußert. (zit)

U-Bahnhaltestelle Mohrenstraße: Kurzerhand umbenannt Foto: picture alliance/Kay Nietfeld/dpa

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