Lübeck ordnet Doppelpunkt für geschlechtsneutrale Sprache an
Neue Schreibweise für die Bürger Lübecks laut den neuen Gender-Richtlinien der Stadt Foto: picture alliance/Marcus Brandt/dpa
„Mit Rechtschreibung nicht vereinbar“

Gesellschaft für deutsche Sprache lehnt Gender-Sprech ab

BERLIN. Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat das sogenannte Gendersternchen abgelehnt. Eine Prüfung habe ergeben, daß es sich nicht eigne, um geschlechtsneutrale Personenbezeichnungen zu bilden. „Bei seiner Verwendung entstehen nicht nur grammatisch falsche Formen (z. B. Arzt*in oder Ärzt*in), auch den Regeln der deutschen Rechtschreibung entspricht das Sternchen nicht“, teilten die Sprachschützer am Donnerstag mit.

Zwar befürworte die Gesellschaft für deutsche Sprache grundsätzlich eine diskriminierungsfreie Sprache, „das sogenannte Gendersternchen (z. B. Leser*in) stellt aber aus sprachlicher Sicht kein geeignetes Mittel dar, um dieses Anliegen umzusetzen“. Auch andere vergleichbare Ausdrucksmittel wie der Gender-Unterstrich, der Gender-Doppelpunkt oder der Gender-Mediopunkt seien „mit den amtlichen Regeln der deutschen Rechtschreibung nicht vereinbar“.

Der Verein begründete sein Urteil vor allem damit, daß die orthografische und grammatische Richtigkeit und Einheitlichkeit sowie die Lesbarkeit und die Verständlichkeit eines Textes an erster Stelle stünden. Dies müsse auch bei einer „diskriminierungsfreien Sprache gewährleistet“ sein. „Die Gesellschaft für deutsche Sprache rät daher ausdrücklich davon ab, das Gendersternchen und ähnlich problematische Formen zu verwenden.“

Mehrere Städte führen angeblich geschlechtergerechte Sprache ein

Zuletzt hatte die Stadt Stuttgart angekündigt, ihre Einwohner künftig geschlechtergerecht anzusprechen. So soll etwa die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ durch „Liebe Menschen“ ersetzt werden. Vor Stuttgart hatten bereits andere Städte in Deutschland die geschlechtergerechte Sprache eingeführt. Hannover hatte beispielsweise im Januar vergangenen Jahres eine entsprechende Empfehlung herausgegeben, um der „Vielzahl geschlechtlicher Identitäten“ Rechnung zu tragen.

Der Verein Deutsche Sprache hatte Anfang Juli den Beschluß der sächsischen Staatsregierung , eine geschlechtergerechte Sprache in Gesetzestexten einzuführen, kritisiert. „Wer die Sprache so entstellen muß, ist weit von der Lösung echter Geschlechterprobleme entfernt.“

Unterdessen stößt die Petition der JUNGEN FREIHEIT gegen Gender-Sprache weiterhin auf große Zustimmung. Bis Freitag unterzeichneten fast 24.000 Personen den Appell gegen angeblich geschlechtergerechte Sprache.

Jetzt die Petition gegen Gender-Sprech unterzeichnen!

Die Petition fordert ein Ende des sprachlichen Gender-Wahns. Die Redaktionen der öffentlich-rechtlichen Sender, Behörden, Bildungseinrichtungen und Kirchen sollen umgehend auf „Gender-Sprech“ verzichten und statt dessen zum bewährten Deutsch zurückkehren. (ls)

Neue Schreibweise für die Bürger Lübecks laut den neuen Gender-Richtlinien der Stadt Foto: picture alliance/Marcus Brandt/dpa

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