Bamf-Chef Hans-Eckhard Sommer (rechts) neben seinem obersten Dienstherren Horst Seehofer Foto: picture alliance/Jörg Carstensen/dpa
Integration

Bamf-Chef warnt vor Altersarmut unter Flüchtlingen

NÜRNBERG. Der Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Hans-Eckhard Sommer (CSU), hat vor Altersarmut unter Asylbewerbern gewarnt. „Viele der Flüchtlinge von damals stehen heute in Jobs – allerdings die allermeisten im Niedriglohnsektor“, beklagte er gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Es drohe die Gefahr, daß viele Migranten später in Altersarmut abrutschen. Hier müsse die Regierung gegensteuern und „die Migration in den Niedriglohnsektor in Deutschland künftig deutlich reduzieren“.

Forderung nach Sammelabschiebungen

Zur von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ausgegebenen Losung „Wir schaffen das“, sagte Sommer: „Wir haben das zunächst einmal geschafft.“ Er wisse nicht, „ob andere Staaten in der Welt diese Leistung von 2015 und 2016 hätten vollbringen können“.

Die Aufnahme von „Hunderttausenden Schutzsuchenden innerhalb weniger Monate“ sei allerdings nur durch „erhebliche Kraftanstrengung“ und „eine massive Belastung aller betroffenen Behörden und Kommunen“ möglich gewesen. Sommer mahnte: „Die Krise ist vorbei – und das schon seit einigen Jahren. Was noch Jahre brauchen wird, ist die Integration der Menschen.“

Bereits am Wochenende hatte sich der Bamf-Chef zu Wort gemeldet und Sammelabschiebungen für ausreisepflichtige Asylbewerber gefordert. „Es ist nicht hinnehmbar, daß im vergangenen Jahr 30.000 Abschiebungen gescheitert sind“, begründete er seine Forderung. Es sei „immer problematisch, Personen auf regulären Linienflügen abzuschieben”. Häufig weigerten sich die Piloten, zudem sei der Verwaltungsaufwand hoch. Stets müßten Polizisten diese Flüge begleiten. „Die Sammelabschiebungen sind hier die Lösung.” (tb)

Bamf-Chef Hans-Eckhard Sommer (rechts) neben seinem obersten Dienstherren Horst Seehofer Foto: picture alliance/Jörg Carstensen/dpa

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