Frauen mit Deutschlandflagge, #Unteilbar-Teilnehmer Fotos (2): picture alliance/Pacific Press Agency / picture alliance/imageBROKER
„Ich glaube nicht, daß das intolerant ist“

#Unteilbar-Demo: Deutschlandfahnen waren unerwünscht

BERLIN. Die Organisatoren der #Unteilbar-Demonstration haben ihre Abneigung gegenüber der Deutschlandflagge bei der Kundgebung am Sonnabend in Berlin verteidigt. „Es gab kein Fahnenverbot auf unserer Demonstration, das haben wir gesagt, wir haben aber auch gesagt, die Deutschlandflagge soll nicht Symbol unserer Demonstration werden“, sagte die Sprecherin des Bündnisses, Theresa Hartmann, dem Tagesspiegel. „Dann lieber die Regenbogenflagge aus dem Queer-Block, die Gewerkschaftsfahnen, oder ‘Refugees Welcome’. Die Deutschlandflagge wollten wir nicht.“

Dies sei kein Zeichen von Intoleranz gewesen, da das schwarzrotgoldene Banner „gerade unglaublich von rechts konnotiert ist“, ergänzte die #Unteilbar-Mitorganisatorin. Zudem hätten die Organisatoren nicht für Nationalstolz gestanden, sondern für soziale Themen. „Die Flagge war nicht verboten, aber auch nicht erwünscht.“

Gruppe mit Deutschlandfahnen zur Absage von Veranstaltung überredet

Hartmann habe auf der Kundgebung dann auch keine Deutschlandfahnen gesehen. Es habe aber eine Gruppe gegeben, die damit auf die Demonstration gehen wollte. „Mit denen haben wir gesprochen, ob sie das nicht irgendwann anders machen können, und das haben sie eingesehen und ihre Veranstaltung abgesagt“, verdeutlichte die junge Frau.

Bei der Kundgebung am Sonnabend hatten Zehntausende Personen gegen einen vermeintlichen Rechtsruck in der Gesellschaft und für Masseneinwanderung demonstriert. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf rund 150.000 Menschen. Die Organisatoren sprachen von über 240.000 Demonstranten.

Der stellvertretende Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios in Berlin, Thomas Walde, twitterte während der Veranstaltung: „Sehe bei den vielen Tausend Menschen bei der unteilbar-Demo nicht eine schwarz-rot-goldene Fahne. Soll man die Farben von Einigkeit und Recht und Freiheit den Rechten überlassen?“

Linksextreme rufen zu Gewalt gegen Bundesregierung auf

Zudem kursiert ein Video auf dem Kurznachrichtendienst, in dem zu gewaltsamem Protest gegen die Bundesregierung aufgerufen wird. Verantwortlich dafür ist der Rede zufolge die „North East Antifa Berlin“.

„Schweine“ wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) müsse man „aus dem Amt jagen“. Zudem forderten die Linksextremen, das Verbot gegen die sozialistische und terroristische Kurdische Arbeiterpartei (PKK) aufzuheben.

Redner fordert Zerstörung des Staates Israel

Kritik an die Veranstalter äußerte auch der Grünen-Politiker Volker Beck, da auch antiisraelische Parolen gerufen wurden. Die israelfeindliche BDS-Kampagne und die Vernichtung Israels könnten nicht Teil einer Bewegung für Demokratie und gegen Rassismus sein, teilte er auf Twitter mit. Hintergrund sind Redebeiträge des „Internationalistischen Bündnisses“ während der Demonstration.

Darin wurde nicht nur zu Solidarität mit der „palästinensischen Befreiungsbewegung“ und zum Boykott Israels aufgerufen, sondern auch „die Befreiung von ganz Palästina 48“ gefordert. Dies käme einer Zerstörung Israels gleich. Das #Unteilbar-Bündnis teilte auf Twitter mit, diese Reden seien nicht auf einer offiziellen Bühne gehalten worden und verließen „eindeutig den gemeinsamen Boden unseres Konsenses“. (ls)

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