Gedenken an die tote Mia vor dem Tatort, einem Drogeriemarkt in Kandel Foto: picture alliance/ dpa
Gutachten

Mordfall in Kandel: Mutmaßlicher Täter wohl volljährig

LANDAU. Im Fall der getöteten 15 Jahre alten Mia V. aus Kandel deutet sich an, daß der mutmaßliche Mörder Abdul D. älter als von ihm behauptet ist. Einem Gutachten zufolge liegt das Alter des Asylbewerbers zwischen 18 und 20 Jahre. Damit gilt der Afghane als Heranwachsender und nicht als Erwachsener im strafrechtlichen Sinn, teilte die Staatsanwaltschaft Landau am Dienstag mit. Abdul D. hatte angeben, 15 Jahre alt zu sein.

Eigenen Aussagen zufolge hatte der Asylbewerber bei seiner Einreise nach Deutschland keine Ausweispapiere mit sich geführt und sein Geburtsdatum mit 1. Januar 2002 angegeben. Das wahrscheinliche Alter sei „circa 20“. Das absolute Mindestalter bestimmte der Sachverständige mit siebzehneinhalb Jahren.

Die Altersfeststellung umfaßte laut Staatsanwaltschaft neben der körperlichen Untersuchung auch Röntgenuntersuchungen der Hand, des Gebisses und der Schlüsselbeine.

„Heimtückische Begehungsweise“

Abdul D. wird beschuldigt, am 27. Dezember 2017 die 15 Jahre alte Mia V. in einem Drogeriemarkt in der pfälzischen Kleinstadt mit mehreren Messerstichen getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht von Mord aus. Aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse liege eine „heimtückische Begehungsweise“ nahe, teilte die Behörde Mitte Januar mit.

Ein Zeuge schilderte der JUNGEN FREIHEIT (JF 3/18), Abdul D. habe sein Opfer, das in Begleitung zweier Freunde war, an der Bushaltestelle abgepaßt und bis zum Drogeriemarkt verfolgt. Auch war laut der Schilderung – anders als von der Polizei zunächst mitgeteilt – der Tat kein Streit vorausgegangen.

Der Fall hatte die Debatte um die medizinische Altersfeststellung von angeblich minderjährigen Flüchtlingen neu entfacht. (ls)

Gedenken an die tote Mia vor dem Tatort, einem Drogeriemarkt in Kandel Foto: picture alliance/ dpa

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