Aktenberg (Symboldbild): Berliner Polizei ist überlastet Foto: picture alliance/Ulrich Baumgarten
Überlastete Beamte

Berliner Polizei: Über 55.000 Verbrechen bleiben unbearbeitet

BERLIN. Im Berliner Landeskriminalamt (LKA) sind im vergangenen Jahr mehr als 55.000 Ermittlungsverfahren nicht bearbeitet worden. Demnach mußten die Beamten zu 55.290 Ermittlungen 128.273 Liegevermerke schreiben, heißt es in einer Antwort des Berliner Senats auf eine Anfrage des CDU-Politikers Peter Trapp (70), über die die Bild-Zeitung berichtete.

Die Polizei kennzeichnet Akten mit Liegevermerken, wenn sie länger als einen Monat nicht bearbeitet wurden. Zu einem Fall können mehrere Vermerke geschrieben werden, wenn die Bearbeitung immer wieder ins Stocken gerät. Grund der gestiegenen Verzögerungen im vergangenen Jahr seien vor allem überlastete Beamte gewesen.

Polizei ist überarbeitet

„Die Kollegen arbeiten an der Belastungsgrenze“, kritisierte Benjamin Jendro von der Gewerkschaft der Polizei (GdP). „Zugunsten des Staatschutzes wurde intern massiv Personal verschoben, das jetzt in den anderen Abteilungen fehlt, zum Beispiel bei der Bekämpfung der Cyberkriminalität.“

Spitzenreiter ist laut dem Bericht die Abteilung 2 (Betrugsdelikte) des Landeskriminalamts mit 90.591 Liegevermerken. Im Jahr zuvor waren es 66.650. An zweiter Stelle folgt die LKA-Abteilung 4 (organisierte Kriminalität, Drogendelikte) mit 20.561 Vermerken, gegenüber 3.671 im Vorjahr. Dahinter rangiert das LKA 3 (Wirtschaftskriminalität, Korruption, Umweltdelikte) mit 8.583 Vermerken. 2016 waren es 3.518. (ha)

Aktenberg (Symboldbild): Berliner Polizei ist überlastet Foto: picture alliance/Ulrich Baumgarten

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