Gedenken an die tote Mia vor dem Tatort, einem Drogeriemarkt in Kandel Foto: picture alliance/ dpa
Kandel

Fall Mia: Staatsanwaltschaft geht von Mord aus

KANDEL. Im Fall der getöteten 15jährigen Mia aus Kandel geht die Staatsanwaltschaft Landau jetzt von Mord aus. Aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse liege eine „heimtückische Begehungsweise“ nahe, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

Das Mädchen war am 27. Dezember von ihrem angeblich gleichaltrigen afghanischen Ex-Freund in einem Drogeriemarkt in der pfälzischen Kleinstadt mit mehreren Messerstichen getötet worden. Gegenüber der JUNGEN FREIHEIT (JF 3/18) hatte erstmals ein Zeuge öffentlich der Darstellung widersprochen, Täter und Opfer seien sich in dem Einkaufsmarkt zufällig begegnet.

Staatsanwaltschaft gibt Altersgutachten in Auftrag

Dem Zeugen zufolge habe der spätere mutmaßliche Mörder Abdul D. sein Opfer, das in Begleitung zweier Freunde war, an der Bushaltestelle abgepaßt und bis zum Drogeriemarkt verfolgt. Auch war laut der Schilderung – anders als von der Polizei zunächst mitgeteilt – der Tat kein Streit vorausgegangen.

Davor soll Abdul D. Mia bereits gedroht haben, sie müsse „aufpassen“, denn er werde ihr auflauern. Am Tattag übergab die Polizei Abdul D. in dessen Unterkunft in Neustadt an der Weinstraße eine Vorladung. Mia und ihr Vater hatten ihn zuvor wegen Nötigung und Bedrohung angezeigt.

Nachdem ein Foto des mutmaßlichen Täters aufgetaucht war, kamen auch schnell Zweifel an dessen Alter, und eine Debatte über obligatorische Alterstests bei jungen Asylbewerbern setzte ein. Die Staatsanwaltschaft Landau hat nun ein Gutachten zur Altersbestimmung in Auftrag gegeben. Mit dem Ergebnis sei in einigen Wochen zu rechnen, heißt es von seiten der Behörde. (tb)

Gedenken an die tote Mia vor dem Tatort, einem Drogeriemarkt in Kandel Foto: picture alliance/ dpa

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