Innere Sicherheit

Terrorgefahr auf Weihnachtsmärkten: De Maizière warnt vor übertriebener Angst

BERLIN. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat die Deutschen dazu ermuntert, trotz der Terrorgefahr die Weihnachtsmärkte im Land zu besuchen. Die Bürger sollten „achtsam aber nicht furchtsam“ sein, sagte er der Bild-Zeitung. „Die Weihnachtsmärkte gehören zu unserem Leben und unserer Kultur.“ Sicher sähen die Märkte mittlerweile anders aus als noch vor einigen Jahren, aber das habe eben seine Gründe. „Die Terrorgefahr ist einfach sehr hoch. Jederzeit. Überall“, warnte er.

Traditionell eröffnen an diesem Montag zahlreiche Weihnachts- und Adventsmerkte. Vielerorts wurden aus Schutz vor Terroranschlägen mit LKWs Betonpoller aufgestellt. Allerdings müssen die Kosten hierfür von den Händlern getragen werden, worüber diese beispielsweise in Berlin klagen. Um die 300 Euro kostet ein einzelner Poller. Hinzu kommen Sicherheitsdienste, die extra engagiert werden müssen.

AfD sucht schönsten „Merkelklotz“

In Berlin war im vergangenen Jahr der Islamist Anis Amri mit einem LKW in den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz gerast. Bei dem Anschlag, den der als Flüchtling getarnte Tunesier im Namen des IS beging, wurden zwölf Menschen getötet.

Unterdessen sucht die AfD via Facebook den schönsten Betonpoller („Merkelklotz“) auf einem deutschen Weihnachtsmarkt. „Während sich die Leitmedien derzeit wieder auf die Suche nach dem schönsten Weihnachtsmarkt Deutschlands begeben, erinnern diese mehr an Hochsicherheitszonen in militärischen Gebieten, und weniger an das friedliche Weihnachtsfest“, kritisierte die Partei.

Ob rund, eckig oder in Geschenkpapier verpackt: Die Facebook-Nutzer sollten Fotos von den schönsten „Islamistenbremsen“ posten. Das Bild mit den meisten „Gefällt mir“-Stimmen will die AfD in den kommenden Tagen präsentieren. (krk)

Polizisten mit Maschinenpistolen auf dem Weihnachtsmarkt in Essen Foto: picture alliance/dpa

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