Polizeieinsatz in Tempelhof
Polizeieinsatz in Tempelhof: Plant Berlin eine Mega-Unterkunft für 20.000 Asylbewerber? Foto: dpa
Berlin, Klietz, Itzehoe

Zahlreiche Massenschlägereien in Asylunterkünften

BERLIN. Massenschlägereien in Asylunterkünften haben am Wochenende die Polizei in mehreren Städten in Atem gehalten. In Berlin prügelten sich am Sonntag rund 300 Afghanen und Syrer in den Hangars des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Drei Personen, darunter zwei Wachmänner, wurden verletzt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot von 120 Beamten vor Ort und nahm 23 Randalierer fest.

Auslöser der Ausschreitungen war ein Streit an der Essensausgabe, berichtet Heimleiter Michael Elias. Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) warnte vor einer Eskalation der Konflikte. „Hinter diesem Konfliktpotential steckt eine Gefahr für den sozialen Frieden in unserer Stadt“, sagte der CDU-Politiker. „Das gilt vor allem mit Blick auf den Winter. Es reicht nicht aus, einfach nur alle Hallen vollzumachen. Darüber werden wir im Senat reden müssen.“

Berliner Senat prüft Asylquartier für 20.000 Personen

Die Gewalt nannte Henkel „unerträglich“. Es gebe „Regeln in unserem Land“. Wer sich nicht daran halte, „für den gibt es bei uns auch andere Unterkünfte. Mit verriegelten Türen und Fenstern“. Laut der Gewerkschaft der Polizei sieht ein Plan des Senats vor, bis zu 20.000 Asylsuchende auf dem Tempelhofer Feld einzuquartieren. Damit würde dort Deutschlands größtes Asylquartier entstehen.

Bereits in der Nacht zum Sonntag war es in einer anderen Unterkunft im Bezirk Spandau zu einem Gewaltausbruch gekommen. Dort gerieten mehrere Bewohner in Streit. Nachdem sich immer mehr Asylbewerber den Randalierern anschlossen und mit Feuerlöschern aufeinander losgingen, kam es zu einer Panik. Rund 1.000 Bewohner flüchteten aus dem Gebäude. Die Polizei war mit 80 Sicherheitskräften im Einsatz. Zahlreiche Möbelstücke und mehrere Fenster wurden zerstört. Sieben Personen wurden ins Krankenhaus eingeliefert.

Schlägereien in Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein

Auch im sachsen-anhaltinischen Klietz kam es zu Unruhen. Dort gerieten mehrere Syrer aneinander. Acht Personen wurden festgenommen. Die Polizei leitete Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung ein. In der ehemaligen Bundeswehrkaserne im Landkreis Stendal leben etwa 700 Personen.

In Itzehoe gerieten rund zwei Dutzend junge Syrer und Afghanen aneinander. 50 Polizisten waren nötig, um die Massenschlägerei zu beenden. Fünf Personen wurden bei den Krawallen verletzt. (ho)

Polizeieinsatz in Tempelhof: Plant Berlin eine Mega-Unterkunft für 20.000 Asylbewerber? Foto: dpa

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