Anti-Islamkongreß: Gegendemonstranten errichten Sitzblockaden

Koeln7
Teilnehmer des Anti-Islamisierungskongresses sammeln sich in einem Kölner Vorort Foto: JF

KÖLN. Gegendemonstranten haben in der Kölner Altstadt damit begonnen Sitzblockaden zu errichten, um die für heute geplante Hauptkundgebung des Anti-Islamisierungskongresses auf dem Heumarkt zu verhindern.

Dort sollen heute ab 14 Uhr unter anderem FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky, der FPÖ-Europaabgeordnete Andreas Mölzer, der Fraktionsvorsitzende des Belgischen Vlaams Belang, Filip Dewinter, sowie der parteilose Bundestagsabgeordnete Henry Nitzsche sprechen. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 1.500 Teilnehmern.

An den Absperrungen der Polizei am Heumarkt kam es gestern abend und heute morgen bereits zu ersten gewalttätigen Übergriffen von Linksextremisten. Nach Polizeiangaben wurden Beamte aus der Demonstration „Fight the game – Rassismus, Islamismus, Nationalismus und Kapitalismus bekämpfen“ heraus mit Farbbeuteln und Knallkörpern beworfen. Dabei wurden zwei Polizisten verletzt.  An einigen Stellen versuchen Demonstranten den Angaben zufolge derzeit Absperrgitter der Polizei zu entfernen.

Brandanschlag auf Bahnanlage

Bei der Kontrolle eines Busses mit Linksextremisten stellten die Sicherheitskräfte gestern abend unter anderem Sturmhauben, Teppichmesser und Rundhölzer sicher. Die Polizei nahm zehn Personen wegen Verstößen gegen das Waffen- und das Versammlungsgesetz sowie wegen Landfriedensbruch und Nötigung fest.

Unterdessen wurde nach Angaben der Bundespolizei heute früh ein Brandanschlag auf eine Signalanlage der Deutschen Bahn verübt. Dadurch kommt es im Zugverkehr im Raum Köln zu Behinderungen. Laut Bundespolizei sind die Hintergründe des Brandanschlages bislang noch ungeklärt, die Ermittlungen dauerten an. Einen Zusammenhang mit den Protesten gegen den Anti-Islamisierungskongreß bezeichnete ein Sprecher als reine Spekulation.

Von den Folgen des Brandanschlages ist auch die S-Bahn betroffen, mit der die Kongreßteilnehmer in die Innenstadt fahren sollen. Die Polizei teilte zudem mit, daß sie derzeit nicht für die Sicherheit der Teilnehmer garantieren könne, da Linksextremisten die Gleise und eine S-Bahnstation besetzt haben.

Ein Polizeisprecher riet in einem Gespräch mit dem Vorsitzenden von Pro Köln, Markus Beisicht davon ab, sich auf den Weg zum Heumarkt zu machen. Dadurch würden die Teilnehmer ihr Leben aufs Spiel setzen.

Zum Auftakt des von der Bürgerbewegung Pro Köln organisierten Anti-Islamisierungskongresses war es gestern bereits zu gewalttätigen Übergriffen von Linksextremisten und zu Behinderungen durch die Polizei gekommen.

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