Die Stimmenauszählung nach der US-Wahl ist noch nicht abgeschlossen Foto: picture alliance/ZUMA Press
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Nach dem Urnengang

US-Wahl: Biden baut Vorsprung aus – Trumps Chancen schwinden

WASHINGTON. Auch am Tag nach der Wahl zum US-Präsidenten steht noch kein endgültiger Sieger fest. Jedoch hat der demokratische Kandidat Joe Biden seinen Vorsprung leicht ausbauen können. In Arizona liegt Biden nach Auszählung von 86 Prozent der Stimmen mit 50,2 Prozent vor Amtsinhaber Donald Trump mit 48,1 Prozent, meldete Edison Research. Sollte Biden hier gewinnen, erhielte er die Stimmen von elf Wahlmännern.

In Georgia hingegen führe Trump mit 49,6 Prozent vor Biden (49,1 Prozent). Dort sind laut CCN bereits 96 Prozent der Stimmen ausgezählt.

Insgesamt kann Biden nach jetzigem Stand 253 der benötigten 270 Wahlmänner auf sich vereinigen. Trump liegt bei 213 Wahlmännern. Doch noch ist nicht sicher, wer die übrigen 72 Wahlmänner gewinnen kann. In sechs US-Staaten steht das Ergebnis noch nicht fest. Gewinnt Biden auch noch die sechs Wahlmänner von Nevada, wird er Präsident.

Trumps Anwälte reichen Klagen ein

Unterdessen kündigte das Wahlkampfteam von Trump an, gegen die Auszählung von Briefwahlstimmen in mehreren Bundesstaaten zu klagen. So seien unter anderem in Pennsylvania, Michigan und Wisconsin Wahlbeobachter daran gehindert worden, die Stimmauszählung zu beobachten. Trumps Anwalt Rudy Giuliani zufolge müßten daher allein in Philadelphia 120.000 Stimmen aus dem Ergebnis herausgenommen werden.

Trumps Team habe bereits in einem Landkreis von Pennsylvania Klage gegen die Auszählung eingereicht. Das sei geschehen, weil Briefwählern die Möglichkeit gegeben worden sei, Formfehler auf ihren Briefwahlscheinen zu korrigieren und so zu verhindern, daß die Stimmen ungültig würden. Zudem kündigten Trumps Anwälte an, in Bezirken, in denen die Kandidaten weniger als ein Prozent auseinanderliegen, für Neuauszählungen zu klagen.

Demonstranten randalieren in Wahlnacht

Derweil kam es in der vergangenen Nacht zu Ausschreitungen in mehreren Städten der USA. Nach einer Kundgebung von linken Gruppen in Portland im US-Bundestaat Oregon attackierten Demonstranten Polizisten mit Flaschen und Steinen und zerstörten Schaufenster. Ein Großaufgebot von Polizei und Nationalgarde ging gegen die Randalierer vor, berichtete die New York Post.

In Michigan und Arizona protestierten Trump-Anhänger vor Wahllokalen. Die teilweise bewaffneten Gruppen forderten ein Ende der Stimmenauszählung. (ag)

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